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Von Thomas Dieckhoff (WAZ Gladbeck) | Foto: Heinrich Jung

Philipp Korona und Hans Müller hatten Pizza bestellt, Marcel Giesbert hatte Getränke mitgebracht. Nach dem Spiel gegen den VfL Mennighüffen machten die Oberliga-Handballer des VfL Gladbeck im Foyer der Riesener-Halle Party. Sie feierten den 28:22-Erfolg über den Gast aus Ostwestfalen, nochmals den Klassenerhalt und den Abschied der drei genannten Akteure, die in der neuen Saison nicht mehr zum Kader der erste Mannschaft gehören werden.

VfL Gladbeck – VfL Mennighüffen 28:22 (13:12)

VfL Gladbeck: Korona (2) – Brockmann, Kunze (1), Krönung (9/5), Bach (3), Dalian (2), Giesbert (3), Janus (4), Blißenbach (2), Krause, Müller (1), Kalhöfer (1).
Spielverlauf: 2:2 (4.), 5:3 (11.), 7:5 (15.), 7:7 (17.), 9:9 (21.), 11:11 (25.), 13:12 (30.), 15:14 (38.), 18:14 (41.), 20:17 (45.), 23:17 (49.), 24:19 (53.), 25:21 (57.), 28:22 (60.).

Tim Deffte kündigt kritische Aufarbeitung der Saison an

Friede, Freude, Eierkuchen also an der Schützenstraße? Oder, wie es Tim Deffte, Leiter der Handballabteilung, im Hallenheft des Mennighüffen-Spiels formuliert hatte, „Ende gut, alles gut“? Nein, so einfach dürfen es sich die Rot-Weißen nach dieser vermaledeiten Rückrunde, in der sie ja sogar in den Abstiegskampf geraten sind, nicht machen. Und so einfach werden sie es sich auch nicht machen.

Nachzufragen bei Tim Deffte. Er betonte: „So eine Spielzeit wollen wir nicht noch einmal erleben.“ Der VfL-Handballchef bezeichnete die Saison als „verkorkste“ und kündigte an, die Meisterschaftsrunde kritisch aufarbeiten zu wollen: „In den kommenden Tagen werden wir alles – insbesondere das große Einbrechen in der Rückrunde – analysieren und Handlungsfelder für die kommende Saison identifizieren.“

Torwart Philipp Korona stiehlt allen die Show

Im Spiel gegen den VfL Mennighüffen standen vor allem Giesbert, Korona und Müller im Mittelpunkt. Ehrensache, dass Trainer Sven Deffte dieses Trio im letzten Heimspiel der Saison auf die Platte ließ. Der Rechtsaußen mit Zweitliga-Erfahrung, der Torwart und der Kreisläufer zeigten den Fans noch einmal, was sie können. Und das ist eine ganze Menge. Müller steuerte einen Treffer zum Sieg bei, Giesbert mit seinen berüchtigten Drehern drei.

Ihnen und allen anderen stahl aber Philipp Korona die Show. Der Schlussmann bot laut Tim Deffte eine „überragende Leistung“. Tatsächlich parierte er nicht nur etliche Schüsse des Gegners prächtig, sondern er traf in der zweiten Halbzeit, als der VfL Mennighüffen in einer Phase in doppelter Unterzahl und daher in Ballbesitz ohne Torwart spielte, gleich zweimal ins leere Tor. Dafür gab’s Szenenapplaus.

Florian Bach trifft zweimal per Kempa-Trick

Ohne das Abstiegsgespenst im Nacken glückten den VfLern plötzlich auch wieder andere Dinge, die zuletzt nie und nimmer geklappt hätten. Kempa-Treffer durchFlorian Bach etwa oder ein Tor durch Pascal Kunze per fulminantem Unterarmwurf.

Ende gut, alles gut? Nein, so einfach ist es nicht.

Quelle: WAZ Gladbeck – Thomas Dieckhoff | Foto: O. Mengedoht

Das letzte Heimspiel der Saison steht für die Oberliga-Handballer des VfL Gladbeck an. Die gute Nachricht lautet: Die Rot-Weißen können in der Begegnung mit dem VfL Handball Mennighüffen (Sa., 19.30 Uhr, Riesener-Halle, Schützenstr. 23) ohne jeden Druck auflaufen.

„Von allen ist alles abgefallen“, so Sven Deffte, der Trainer der Gladbecker, mit Blick zurück auf den denkbar knappen 28:27-Erfolg über die TSG Harsewinkel am vergangenen Spieltag, der seiner Mannschaft den vorzeitigen Klassenerhalt beschert hat. „Jetzt“, betont Sven Deffte, „wollen wir uns ordentlich von unseren Zuschauern verabschieden.“

VfL-Trainer Sven Deffte bedankt sich bei den Fans

Ausdrücklich lobt er die eigenen Anhänger: „Die Halle war eigentlich immer voll und die Zuschauer haben uns auch immer gut gestützt. Vor allem für sie wollen wir am Samstag noch einmal 100 Prozent abrufen und zeigen, was wir zu leisten imstande sind, wenn wir nicht unter Druck stehen und beinahe komplett sind.“

Vor der Partie gegen Mennighüffen wird Tim Deffte, der Leiter der Handballabteilung im VfL Gladbeck, drei verdiente Spieler verabschieden: Rechtsaußen Marcel Giesbert beendet seine lange und erfolgreiche Karriere, Torwart Philipp Korona wechselt wieder in die zweite Mannschaft und Kreisläufer Hans Müller wird sein Glück bei einem anderen Klub versuchen. Dem Vernehmen nach kehrt er nach Bochum zum Verbandsligisten SV Teutonia Riemke zurück. „Dieses Trio wird natürlich auch spielen“, kündigt Sven Deffte an.

Von Thomas Dieckhoff (WAZ Gladbeck) | Foto: Oliver Mengedoht

Die Riesener-Halle glich einem Tollhaus. Der VfL Gladbeck rang die TSG Harsewinkel mit 28:27 nieder und machte damit den Klassenerhalt perfekt.

Die Riesener-Halle glich einem Tollhaus. Spieler, Verantwortliche und Fans des VfL Gladbeck feierten ausgelassen. Aus gutem Grund: Die Gladbecker rangen in einem bis zur letzten Sekunde packenden Spiel die TSG Harsewinkel mit 28:27 (10:13) nieder. Das war der Klassenerhalt!

Es stand 27:27, es waren nur noch wenige Sekunden auf der Uhr und der VfL war in Ballbesitz. Das Spielgerät kam zu Fynn Blißenbach. Der Youngster schloss ab – und traf. Rot-Weiß jubelte. Wie fühlte sich Blißenbach in diesem flüchtigen Moment des Glücks? „Super!“

Zur Halbzeit liegt Harsewinkel mit 13:10 in Führung

Die Zuschauer in der pickepackevollen Riesener-Halle sahen ein insgesamt gutes Oberliga-Spiel. Anfangs allerdings zeigten die Gastgeber immer wieder Nerven. Die Konsequenz: Als die Seiten gewechselt wurden, lag der Tabellenvorletzte aus Harsewinkel mit drei Toren in Führung.

„Sven (Deffte, Trainer des VfL, d. Red.) ist in der Pause ruhig geblieben“, verriet Blißenbach, der neben Torwart Sebastian Büttner und Dustin Dalian, für den am Ende elf Treffer zu Buche standen, zu den besten Gladbeckern gehörte. Die Rot-Weißen fighteten – mit Erfolg.

Dustin Dalian trifft für den VfL Gladbeck elfmal

In der 38. Minute brachte Sebastian Janus Gladbeck mit 15:14 in Führung. Harsewinkel reagierte und agierte fortan mit sieben Feldspielern. Außerdem nahm der Gast VfL-Kapitän Max Krönung kurz. Sven Deffte, der seine Mannschaft zu Beginn des zweiten Abschnitts mit einer 5:1-Formation verteidigen ließ, stellte ebenfalls um. Fortan versuchten es auch die Gladbecker im Angriff mit einem siebten Feldspieler.

Es ging nun hin und her. Mal führten die Rot-Weißen, mal Harsewinkel. Viereinhalb Minuten vor dem Ende lag die TSG mal wieder mit zwei Treffern vorn. Die Hausherren behielten aber kühlen Kopf. Blißenbach erzielte den Anschlusstreffer (26:27/56.), Dalian per Siebenmeter den Ausgleich (27:27/58.). 26 Sekunden vor Schluss kam der Ball schließlich zu Blißenbach. Er nahm Maß und traf. Damit war der VfL endgültig gerettet.

Und die Riesener-Halle glich einem Tollhaus.

Von Thomas Dieckhoff (WAZ Gladbeck) – Fotos: Oliver Mengedoht

Der VfL Gladbeck steckt im Abstiegskampf der Handball-Oberliga. Vor dem Heimspiel gegen Harsewinkel bittet der Klub seine Fans um Unterstützung.

Der VfL Gladbeck ist überraschend in den Abstiegskampf der Handball-Oberliga Westfalen geraten. Vor dem Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten TSG Harsewinkel (Sa., 30. März, 19.30 Uhr, Riesener-Halle, Schützenstr. 23) bitten die Rot-Weißen daher nun via Facebook um die Unterstützung ihrer Anhänger.

„Unsere Mannschaft“, heißt es da, „braucht Euch! Kramt die roten Klamotten aus dem Schrank, schnappt Euch Freunde und Bekannte und baut mit uns am Samstag gegen die TSG Harsewinkel in der Riesener Halle die rote Wand wieder auf!“


Auszeit VfL Gladbeck: Trainer Sven Deffte (Mitte) spricht zu seiner Mannschaft. Foto: Oliver Mengedoht

Harsewinkeler Motto lautet: Gemeinsam nach Gladbeck

Drei Spieltage stehen in der Oberliga noch aus, dem VfL Gladbeck, der in der Rückrunde bislang erst eine einzige Partie gewinnen konnte, fehlen noch zwei Punkte, um sich ins Ziel zu retten. Zuletzt kassierten die Rot-Weißen vier Niederlagen in Serie, als besonders schmerzhaft erwies sich dabei die 28:29-Heimpleitegegen den ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfenden TuS 09 Möllbergen am 16. März.

Der nächste Gegner des VfL, die TSG Harsewinkel, setzt zum Spiel in der Riesener-Halle unter dem Motto„Gemeinsam nach Gladbeck“ einen Fan-Bus ein. Zum jüngsten Spiel in Mennighüffen konnte das Team aus Harsewinkel knapp 100 Anhänger mobilisieren.

Von Thomas Dieckhoff (WAZ GLadbeck) | Foto: Oliver Mengedoht

Björn Sankalla, Spieler des Handball-Oberligisten VfL Gladbeck, hat sich gegen Lit Tribe Germania verletzt. Aber nicht nur er droht auszufallen.

Schlechte Nachricht für Handball-Oberligist VfL Gladbeck: Björn Sankalla, Rückraumakteur der Rot-Weißen, hat sich im Spiel gegen Spitzenreiter Lit Tribe Germania (19:23) verletzt und droht nun längere Zeit auszufallen.

„Kalla“, so Tim Deffte, der Chef der VfL-Handballer, „hat sich eine Blessur am Innenband zugezogen. Er fällt wohl zwischen zwei und sechs Wochen aus.“ Das sei bitter für Sankalla und natürlich auch für die Mannschaft, die doch beim Derbysieg in Schalke wie am vergangenen Samstag in der Partie mit dem Top-Meisterschaftsfavoriten aus Ostwestfalen starke Form nachgewiesen habe.

Auch Krönung und Dalian sind angeschlagen

Aber nicht nur Sankalla erwischte es gegen LiT Tribe Germania. „Bei Max Krönung“, so Tim Deffte, „hat die Leiste zugemacht. Dustin Dalian klagte über Schulter- und Fynn Blißenbach über Wadenprobleme.“ Für das nächste Spiel am Samstag, 9.März, in Versmold beim Tabellenvierten Sportfreunde Loxten sind das natürlich alles andere als gute Botschaften.

Die Mannschaft lobte Tim Deffte für ihren Auftritt gegen Lit Tribe Germania noch einmal ausdrücklich: „Sie hat deutlich gezeigt, dass sie in der Tabelle nach oben gehört und dort auch mitspielen kann.“

Von: WAZ Gladbeck – Maximilian Lazar | Foto: Heinrich Jung

Der VfL Gladbeck verliert trotz starker Leistung gegen den Tabellenführer LIT Tribe Germania. Sven Deffte hadert mit den Schiedsrichtern.

VfL Gladbeck –
LIT Tribe Germania 19:23 (10:9)

VfL: Büttner, Korona – Brockmann, Sankalla (2), Kunze, Krönung (8/3), Bach (1), Dalian, Giesbert (2), Janus (3), Blissenbach (2), Krause (1), Dervisevic, Winkelmann.
Spielfilm: 0:1 (3.), 3:3 (10.), 5:4 (15.), 7:4 (17.), 8:8 (24.), 10:9 (30.), 11:9 (33.), 12:12 (36.), 14:14 (42.), 16:17 (50.), 18:21 (55.), 19:23 (60.).

Der Spitzenreiter LIT Tribe Germania stellte sich am Samstagabend in der Riesener Sporthalle vor, Hausherr VfL Gladbeck verteilte allerdings keine Gastgeschenke. Im Gegenteil. Die Sieben von Trainer Sven Deffte verlangte der Spielgemeinschaft aus Nordhemmern alles ab, führte gar zur Halbzeit und musste in den zweiten 30 Minuten vor allem deshalb abreißen lassen, da häufig weniger als sieben Spieler auf der Platte standen. Was den Übungsleiter nach der 19:23 (10:9)-Niederlage am meisten ärgerte.

VfL zieht Gästen den Zahn

Denn über seine Mannschaft gab es nun wirklich nicht viel schlechtes zu sagen. Im Angriff konzentriert, in der Deckung mit der nötigen Härte und wenn dann doch einmal ein Schuss aufs Tor kam mit einem glänzend aufgelegten Sebastian Büttner zwischen den Pfosten, machten es die Gastgeber dem Ligaprimus von Beginn an schwer. „Das einfachste Spiel der Saison“, wie Deffte im Vorfeld gesagt hatte, wurde für die Gäste zu einem echten Härtetest. Einzig die so gefährlichen Tempogegenstöße ließen sich schon zu Beginn nicht verhindern. Das einzige Manko in einer ersten Halbzeit, die der VfL nicht besser hätte spielen können.

Es dauerte etwas, bis das erste Tor des Abends fiel – einer der gefürchteten Gegenstöße brachte die Germania in Front. Der VfL baute seine Angriffe dagegen geduldig auf – und belohnte sich. Nach 15 Minuten führte die Deffte-Sieben das erste mal, aus dem 5:4 wurde schnell ein 7:4. Der Favorit wirkte geschockt, verzweifelte an den Glanzparaden von Torsteher Büttner, mit denen nun die Gladbecker schnelle Gegenangriffe einleiteten.

Aber der Tabellenführer zeigte auch, welch Qualitäten er in der Offensive hat, kam zurück, glich erst zum 8:8, dann zum 9:9 aus. Der letzte Treffer der ersten Halbzeit gehörte aber wieder dem VfL – Björn Sankalla markierte das 10:9.

Schiedsrichter im Blickpunkt

Es war eine verdiente Führung, und die Gladbecker bauten sie auch zunächst aus – dann aber griffen die Schiedsrichter nicht selten ins Spiel ein. Es hagelte eine Zeitstrafe nach der anderen für die Heimmannschaft, teilweise agierte der VfL in doppelter Unterzahl. Zwar lagen die Unparteiischen mit ihren Entscheidungen oft richtig, verpassten es aber, ähnliche Situationen auf der anderen Seite ebenfalls zu ahnden.

Das war es auch, was Sven Deffte nach der Partie auf die Palme brachte. „Wir wurden hier heute betrogen. Gegen diese Schiedsrichter hatten wir keine Chance. Bei uns pfeifen sie alles weg und bei denen lassen sie es laufen“, ärgerte sich der VfL-Trainer. Schon während der Partie war er im ständigen Austausch mit den Spielleitern und sah dafür im Verlaufe der zweiten Halbzeit auch die Gelbe Karte.

Deffte lobt seine Mannschaft

Das alles täuschte aber nicht über den couragierten Auftritt seiner Schützlinge hinweg. Denn auch als die Gäste knapp neun Minuten vor dem Ende auf drei Tore davonzogen steckte der VfL nicht auf, kämpfte sich wieder heran, schaffte den neuerlichen Ausgleich aber nicht. Eine weitere doppelte Unterzahl besiegelte das Schicksal der Gastgeber. „Wenn wir in den vergangenen Wochen immer so gespielt hätten, hätten wir einige Punkte mehr auf dem Konto“, lobte Sven Deffte seine Mannschaft. Den Ärger über den Schiedsrichter hatte er da aber noch nicht vergessen.

Quelle: WAZ Gladbeck- Maximilian Lazar – Foto: Heinrich Jung

Es ist wohl das einfachste Spiel der Saison für den VfL Gladbeck, wenn am Samstagabend, um 19.30 Uhr, die Spielgemeinschaft aus Nordhemmern, Südhemmern und Mindenerwald, LIT Tribe Germania, in der Riesener Sporthalle gastiert. Der Tabellenführer möchte seinen Weg in Richtung dritte Liga fortsetzen, die Gladbecker sich nach dem Derbysieg beim FC Schalke 04 vor Wochenfrist gut verkaufen.

Den Bock haben Sven Deffte und seine Schützlinge am vergangenen Samstag endlich umgestoßen. Nach zuvor fünf Niederlagen zum Jahresbeginn gelang auf Schalke endlich der langersehnte Sieg. Das 28:22 war ein Zeichen an die Konkurrenz, dass der VfL noch gewinnen kann – und gleichzeitig nahm es den ganz großen Druck von den Roten. Denn der Zug nach oben war in den Wochen zuvor längst ohne den VfL abgefahren, es drohte der Blick in die untere Tabellenhälfte. Diese Gefahr scheint nun gebannt.

Kompletter Kader steht bereit

„Die Stimmung im Training war sofort etwas gelöster“, konnte Sven Deffte nun auch berichten. Zwar habe seine Mannschaft auch in den Wochen zuvor gut trainiert, in den Spielen hat es aber immer an Kleinigkeiten gemangelt. Auch die Rückkehr von Sebastian Büttner ins VfL-Tor im Derby sei ein wichtiger Schritt gewesen. „Man konnte sehen, was es ausmacht, wenn er wieder im Tor steht“, lobte Sven Deffte.

Auch im Duell mit dem Spitzenreiter kann der VfL-Coach auf seinen kompletten Kader zurückgreifen – eine gute Voraussetzung, um den Topfavoriten zumindest zu ärgern. „Es ist ein einfaches Spiel. Wir haben nichts zu verlieren, wollen uns aber natürlich gut verkaufen“, sieht Deffte den Druck beim Gegner, der in Tabelle zwei Punkte Vorsprung auf die TSG AH Bielefeld hat.

Schon in den vergangenen Jahren glänzten die Gäste mit einer starken Offensive, nun stellt die Spielgemeinschaft auch noch die mit Abstand beste Defensive der Oberliga und hat sich so zu einem absoluten Spitzenteam entwickelt. Ein Spitzenteam, das mit vielen ehemaligen Erst- und Zweitligaspielern gespickt ist, auch Nationalspieler im Kader hat. So etwa den Letten Evars Klešniks. „Für mich sind sie aktuell die absolute Nummer eins der Liga“, betont deshalb auch der Gladbecker Trainer.

Deutliche Niederlage im Hinspiel

Im Hinspiel haben seine Mannen leidliche Erfahrung mit der Qualität der Germania gemacht, kassierten eine empfindliche 16:32-Niederlage. Was muss diesmal besser laufen, damit in heimischer Halle ein besseres Ergebnis gelingt? „Es muss uns gelingen, die starke 6-0-Verteidigung zu knacken. Wenn wir zu oft in ihre Gegenstöße laufen, wird es knackig. Das ist die ganz große Qualität der Spielgemeinschaft“, weiß Sven Deffte.

Aber natürlich wollen sich die Gladbecker nicht verstecken, sondern wollen versuchen, vor heimischen Publikum ihre eigenen Qualitäten auszuspielen und auch offensiv Akzente zu setzen. „Wir werden den Gegner nie ganz ausschalten können, aber wir tun gut daran, möglichst geduldig zu spielen und nicht ins offene Messer zu laufen“, warnt der VfL-Coach.

Sechs weitere Spielen stehen an

Ein wichtiger Faktor soll dabei das Gladbecker Publikum spielen. Denn die einzigen beiden Niederlagen die die Spielgemeinschaft im bisherigen Saisonverlauf hinnehmen musste, setzte es jeweils auf fremden Geläuf. In Möllbergen verlor der Tabellenführer Ende September mit 19:20, vor vier Wochen setzte es in Loxten eine 27:28-Niederlage. „Zu Hause ist immer etwas möglich, auch eine Überraschung gegen den Tabellenführer“, setzt auch Sven Deffte auf den Heimvorteil.

Und eine gute Leistung gegen Spitzenreiter — egal wie das Spiel dann letztlich ausgeht – wird auch noch einmal Kräfte freisetzen für das Saisonfinale. Sechs weitere Spiele stehen dann noch an, in denen die Gladbecker die Saison versöhnlich zu Ende spielen wollen. Das Siebte, das heute Abend ansteht, ist dabei wohl das einfachste.

Von Philipp Ziser (WAZ Gladbeck) – Foto: Heinrich Jung

Die Last von fünf Pleiten in Serie fällt mit dem Derbysieg auf Schalke von Gladbeck ab. Alle Bereiche sind verbessert, besonders die Deckung.

Das Spiel war zwar noch nicht zu Ende, aber es war gewonnen: 90 Sekunden vor Schluss des Handball-Oberliga-Derbys gab Sven Deffte seine grüne Auszeit-Karte an Betreuer Hans-Jörg Conrad ab.

Die brauchte er nicht mehr, das wusste er und wenig später war es dann auch amtlich: Der VfL Gladbeck beendet seine Serie von fünf Niederlagen ausgerechnet mit einem Auswärtssieg auf Schalke.

Beste Stimmung im rot-weißen Fanblock

22:28 stand es aus Schalker Sicht am Samstagabend im Sportzentrum Schürenkamp. Ein Spiel, das die Gladbecker von Anfang bis Ende dominierten und hochverdient gewannen. „Gladbeck ist der geilste Club der Welt – zumindest beim Handball“, jubelte einer aus dem gut gefüllten rot-weißen Fanblock schon weit vor Spielende.

Denn sie können es ja. Doch fünf Niederlagen zum Start des Jahres 2019 ließen nicht nur beim Anhang des VfL Zweifel aufkommen.

„Richtige Steinbrocken vom Herzen gefallen“

Auch die Reaktionen der Beteiligten verrieten, dass Trainer und Mannschaft harte Wochen hinter sich hatten, wohl deutlich härter als die VfLer es nach außen zeigen wollten – umso ausgelassener war der Jubel nach der Schlusssirene.

„Da sind gerade richtige Steinbrocken vom Herzen gefallen, nach dieser Durststrecke“, meinte Abteilungsleiter Tim Deffte.

Büttner und Deckung glänzen im Zusammenspiel

Es war ein Sieg, den die Gladbecker mit aller Macht wollten und den sie sich von der ersten Minute an hart verdienten. Die Schalker mussten sich für jeden Abschluss quälen und dann stand da im Gladbecker Tor auch wieder Sebastian Büttner, der mit einer zweistelligen Zahl an Paraden und drei gehaltenen Siebenmetern zeigte, was dem VfL in den vergangenen Spielen fehlte.

Natürlich im Zusammenspiel mit einer knallharten 6:0-Deckung, die sich gegen zugegebenermaßen ziemlich harmlose Schalker als sprichwörtliche „Rote Wand“ präsentierte. Dustin Dalian und vor allem Sebastian Janus nahmen Schalkes Rückraum-Ass Kirsch aus dem Spiel – mehr kam nicht.

Keinge Gegenstöße: Defftes Plan geht auf

Und auch wenn vorn drei oder vier freie Würfe liegenblieben – die Chancenverwertung war Klassen besser als zuletzt, was sich unter anderem in der starken Ausbeute von Marcel Giesbert niederschlug.

Das führte auch dazu, dass Schalke quasi nie Gegenstöße laufen konnte. Sven Defftes Vorhersage wurde wahr: „Die Tempotore müssen wir ihnen nehmen, im sechs-gegen-sechs können wir sie kontrollieren.“ Der VfL hatte die besseren Lösungen und mehr individuelle Klasse.

Blißenbach mit effektivem Kurz-Auftritt

Den ersten Wurf des Spiels vergab Sebastian Janus zwar, traf aber im Nachsetzen. Schalke blieb bis zum 7:7 dran, ging aber nie Mal in Führung. Dann zog Gladbeck auf 7:10 weg, weil Fynn Blißenbach die paar Minuten, die Sven Deffte ihm gab, perfekt nutzte und viermal traf.

Davon abgesehen rotierte Deffte zwar Pascal Kunze hin und wieder für ein paar Minuten in die Formation, ansonsten ließ er aber die erfahreneren Krönung, Sankalla, Janus, Dalian, Giesbert und Bach auf dem Parkett. „Es lief ja“, erklärte Deffte, „und da wir vorher bei den Wechseln teilweise einfache Tore zugelassen haben, habe ich es am Ende dann gelassen.“ Eine kritische Phase gab es aber noch zu überstehen.

Einige kritische Phasen zu überstehen

Fast sieben Spielminuten blieb der VfL von der 36. bis zur 43. Minute ohne Torerfolg, vergab einige freie Würfe und durch Björn Sankalla einen Siebenmeter. Janus brach den Bann.

Kurz drauf war eine Vier-gegen-sechs-Situation zu überstehen, auch das erledigte der VfL in Person von Max Krönung abgezockt. Auf weniger Abstand als drei Tore schaffte Schalke es nicht und mit der Schlusssirene brach der rot-weiße Jubelsturm los, der aber schon einige Minuten vorher abzusehen war. Sie können es ja.

FC Schalke 04 – VfL Gladbeck 22:28 (12:15)

Spielfilm: 4:4 (8.), 7:9 (17.), 9:12 (22.), 11:13 (26.), 12:15 (Hz.) – 12:17 (36.), 15:18 (46.), 17:20 (49.), 20:25 (56.), 22:28.


S04: Sinkovec (1.-60.), Zindel – Helfrich (7), Gemsa (4/1), Kirsch (4), Gill (3/2), Grzesinski (2), Ihnen (1), Fr. Hentschel (1), Schwengers, Beyer, Sauerland, Busjan, Liedtke.
VfL: Büttner (1.-60.), Korona – Giesbert (6), Krönung (6/1), Sankalla (5/2), Dalian (4), F. Blißenbach (4), Janus (2), Bach (1), Kunze, Brockmann, Dervisevic, Müller.

Es war ein Wochenende mit zwei ganz großen Gefühlsausschlägen für Björn Sankalla. Am Freitagabend wurde er als Sportler des Jahres im VfL Gladbeck geehrt, „eine große Ehre in so einem großen Verein“, wie Sankalla sagt – am Samstagabend folgte die bittere Enttäuschung, als der 25-jährige Rückraumspieler von der Tribüne sehen musste, wie sein Team bei Schlusslicht Harsewinkel verlor.

„Auf der Tribüne zu sitzen ist ganz sicher nicht die Rolle, die ich innehaben möchte“, sagt Sankalla, der wegen einer Sehnenreizung in der Schulter pausierte, am Sonntag in Mennighüffen aber wieder spielen will. „Die erste Halbzeit war noch ausgeglichen, aber in der zweiten Halbzeit sah es so aus, als ob wir etwas kopflos und ohne den richtigen Plan gewesen wären“, ärgerte sich Sankalla über die Niederlage in Harsewinkel. „Dabei waren wir eigentlich perfekt auf das Spiel vorbereitet.“

Haupttorschütze mit Max Krönung

Ob es mit Sankalla anders gelaufen wäre, die Frage ist leidig. Fakt ist aber, dass der Recklinghäuser sich seit seinem Wechsel zum VfL 2013 zu einem der Eckpfeiler des Teams entwickelt hat. Er ist nicht nur gemeinsam mit Max Krönung der wichtigste Torschütze, sondern auch einer der Spieler, die die Mannschaft führen.

„Ich spüre viel Vertrauen vom Trainer und versuche, Anweisungen von draußen an die Mannschaft weiterzugeben“, beschreibt Sankalla seine Rolle als Kommunikator. „Damit bin ich sehr zufrieden.“ Der VfL auch, wie die Wahl zum Sportler des Jahres im Verein beweist.

Duales Studium beim VfL

„Björn hat sich sportlich enorm entwickelt und gehört zu den besten Spielern in der Oberliga“, begründet Handball-Abteilungsleiter Tim Deffte. Sankalla glänzt aber nicht nur mit seinen Toren. Er absolvierte einen Teil seines dualen Studiums zum Fitnessökonom beim VfL, baute die Rehasport-Abteilung mit auf und engagierte sich für den VfL im Schulkinder-Handball.

Deffte lobt: „Neben seinen sportlichen und fachlichen Qualitäten überzeugt er durch sein positives und sympathisches Auftreten.“ Tatsächlich: Um kaum einen VfL-Spieler scharen sich nach den Heimspielen so viele Kinder auf der Tribüne. „Er ist für viele Kinder und Jugendliche ein Vorbild und ein wichtiger Repräsentant des VfL“, meint Tim Deffte.

Sankalla selbst reagierte auf die Auszeichnung gerührt: „Es war eine sehr schöne Veranstaltung. Es war sehr schön, viele Gesichter aus der großen VfL-Familie wiederzusehen, mit denen ich lange gearbeitet habe“, berichtet er, „und dass Tim Deffte dann eine viertelstündige Rede über mich hält, da habe ich mich geehrt gefühlt.“

Harmonie ist Sankalla ganz wichtig

Seine Ausbildungszeit beim VfL ist inzwischen vorbei, die praktischen Teile seines Masterstudiums absolviert das Kraftpaket bei der Vestischen. Als Handballer ist er aber weiter dabei, bald auch wieder auf dem Feld. Die warmen Worte gibt er gerne an seinen Verein zurück.

Sankalla sagt über den VfL: „Manche Spieler brauchen diese Ellenbogen-raus-Mentalität. Ich will nicht sagen, dass ich da ein Softie bin und Konkurrenzkampf ist immer gut. Aber der Teamgedanke ist mir sehr wichtig und ich brauche diese Harmonie, die wir beim VfL haben.“ Sankalla und der VfL Gladbeck – das passt einfach.

Quelle: WAZ Gladbeck – Philipp Ziser | Foto: Oliver Mengedoht

Oje, was für eine Statistik. In den vergangenen drei Saisons der Handball-Oberliga hat der VfL Gladbeck sein Heimspiel gegen den HTV Hemer seit dessen Aufstieg 2015 immer verloren, zweimal mit einem Treffer und einmal mit fünf Toren – auswärts hat er aber auch immer gewonnen, zweimal mit einem Treffer und einmal mit zwei Toren. Und nun? „Wir wollen die Serie durchbrechen“, sagt VfL-Trainer Sven Deffte vor der Partie, die am Samstagabend um 19.30 Uhr in der Riesener-Halle angepfiffen wird. „Es wird aber wieder ein enges Spiel.“

Vor zwei Wochen haben die Gladbecker bekanntlich ein Ausrufezeichen gesetzt, als sie die TSG A-H Bielefeld mit 28:24 schlugen. „Dieses Gesicht wollen wir auch gegen Hemer zeigen und nicht das der vergangenen Woche“, sagt Sven Deffte. „Das war ein Tag zum Vergessen.“ Mit 22:33 hatte der VfL nach einer enttäuschenden Leistung bei der Reserve des Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen, „die keine Übermannschaft ist“ (Deffte), das Nachsehen. Inzwischen haben die Gladbecker aber insofern eine gute Nachricht erhalten, als sich Dustin Dalian dort keinen Kreuzbandriss zugezogen hat (die WAZ berichtete). „Und mit unseren 3:3 Punkten können wir“, sagt Sven Deffte, „gut leben.“

Saisondebüt für Max Klein

Nichtsdestotrotz: Der VfL wird sich am Samstagabend steigern müssen. Zumal Sven Deffte festgestellt hat, dass „sich der HTV in der Breite verstärkt hat“. Und es ist auch damit zu rechnen, dass die Offensivabteilung der Hemeraner noch mehr an Qualität haben wird als in den ersten drei Saisonpartien, weil Rückraum-Mann Max Klein nach seinem Bänderriss sein Debüt geben soll. „Spielt er, sind sie im Angriff natürlich noch einen Tick stärker“, sagt der VfL-Coach, der bis auf Dustin Dalian alle Spieler zur Verfügung haben wird.

Zwei Spieler werden indes dem HTV fehlen: Lars Klisch und Lukas Rosenbaum sind verhindert. Zudem muss Trainer Tihomir Knez ein bisschen um Frieder Krause bangen. Den Mann, der vom Verbandsligisten RSVE Siegen gekommen ist, plagen Achillessehnenbeschwerden. Wie immer das Hemeraner Aufgebot aber auch sehen wird: Tihomir Knez hat seinen Handballern sehr deutlich gemacht, was sie in der Riesener-Halle erwarten wird und worauf sie besonders zu achten haben werden.

Max Krönung ist bei den Hemern gefürchtet
„Gladbeck ist spielerisch sehr stark und hat mit Max Krönung einen sehr intelligenten Mittelmann“, sagt der HTV-Trainer, der auch Björn Sankalla mit sehr viel Respekt begegnet. „Wenn wir nicht auf hohem Niveau verteidigen, wird es schwer, dort etwas zu holen“, sagt Tihomir Knez. Dieser Satz könnte eigentlich auch von Sven Deffte stammen, der sehr glücklich wäre, wenn seine Mannschaft in der Deckung die Leistung aus dem Spiel gegen die TSG A-H Bielefeld wiederholen könnte. „Da hat alles geklappt“, sagt der 39-jährige VfL-Trainer.

Quelle: WAZ Gladbeck – Andree Hagel | Foto: Oliver Mengedoht


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