Anja Rückmann kehrt mit Bronze von Marathon-DM zurück

04. Apr 2022

Die VfL-Multi-Sportlerin Anja Rückmann startete bei der Deutschen Marathon-Meisterschaft in Hannover. Sie belegte mit 3:47,37 Stunden den 3. Platz in der Altersklasse W55 und errang Bronze. 

Von Tim Tersluisen – Fotos: Privat/Stadt Gladbeck

Maßarbeit 

Eine gute Vorbereitung gehört dazu: VfL-Athletin Anja Rückmann hatte sich vorgenommen einen Schnitt von Zirka 5:20 bis 5:25 Minuten zu laufen. Das Training war vielversprechend verlaufen; vom Start an ging es am frostigen Sonntag gut los. Netto- und Bruttozeit lagen bei Anja nur 8 Sekunden auseinander. Ein langes Trippeln bis zur Startlinie war also nicht nötig gewesen; die Meisterschaftsläufer*innen wurden noch vor der ersten Startgruppe aufgestellt, das schafft Luft. „Ich konnte kaum glauben, was meine Uhr da auf den Kilometer angezeigt hat.“, sagt sie lachend. Das stramme Anlauftempo der Spitzengruppe und das Hochgefühl vor dem Lauf wirkten wie ein Beschleuniger auf sie. Anja war klar, dass sie sich zurücknehmen musste. Ganz egal, wie langsam sie sich dabei vorkam. Sie musste sich nach den ersten 3 Kilometern bremsen.  

Am Ende war dies die richtige Entscheidung. Das Rothemd konnte sein Tempo taktgenau bis ins Ziel durchhalten. Zuletzt blieb die Uhr bei 3:47,37 Stunden für Anja stehen: Eine Traum-Zeit. Innerhalb ihrer Altersklasse W55 entstand dadurch ein großartiger Platz 3 und damit die Bronzemedaille bei der Deutschen Marathon-Meisterschaft 2022. Anjas Plan ist voll aufgegangen. 

Respekt vor der Kälte  

Kaltes Wetter ist für Anja nichts Unbekanntes. Das tägliche Training in Herbst und Winter, wie auch frühere Starts bei Winterlaufserien härten ab. Allerdings sind diese Distanzen deutlich kürzer. Dass sich nun aber der ganze Marathon zwischen 0 und 6 Grad Celsius abspielen sollte, rang Anja schon etwas Respekt ab. Dick eingemummt wehrte sie sich mit Handschuhen und Mütze gegen die frostnahen Temperaturen. Ein Glück, dass ihr Magen ebenso kältefest war wie ihre Utensilien. Denn die Getränke unterwegs, als auch im Ziel, waren eiskalt. Daher war es nach dem Finish zunächst am wichtigsten, eine Wärmefolie zu ergattern und sich darin einzurollen. Was unterwegs nämlich noch auszuhalten war, schlug beim Schritttempo im Zielbereich schlagartig in Eises-Qualen um.  

Glücklicherweise befand sich Anjas Hotel fußläufig 5 Minuten entfernt vom Ziel. Im Hotel gab es warmes Wasser zum Duschen und Aufwärmen. Ein Luxus, den es Covid-bedingt im Zielbereich nicht gab. Die Hotelwahl erwies sich also als bronze-richtig. 

Teilnahme an der DM: Ein Zufall. 

Es war eine glückliche Fügung, dass Hannover für Rückmann der Frühjahrs-Marathon werden sollte. Die Alternative war Düsseldorf. Diese fällt jedoch mit dem Schützenfest in Gladbeck zusammen und das will sie als Mitglied im Schützenverein Gladbeck-Mitte auf keinen Fall verpassen. Die Ausweichveranstaltung in Bonn wurde wegen des Covid-Risikos abgesagt. Eigentlich kein gutes Omen. Doch bot sich noch Hannover an. Die Wahrscheinlichkeit war groß, dass dort wenigstens der Meisterschaftsmarathon als Kleinveranstaltung durchgeführt werden würde. „Darum lag nichts näher, als den Startpass wieder zu reaktivieren und sich gleich für die Deutsche Meisterschaft anzumelden“, so Anja Rückmann. Am Ende sollte es in Hannover aber alles andere als klein werden: Die Obergrenze von 18.500 Starter*innen wurde nur knapp unterschritten. Ganz vorne mit dabei: Die VfL-erin Rückmann. 

Mit gezieltem Training zu Bronze 

Wenn Training die Meisterin macht, dann stehen Anja Rückmann und dem VfL Gladbeck noch einiges ins Haus. Neben dem reinen Laufsport betreibt Anja seit einigen Jahren Crossfit. Eine Tatsache, die man ihr ansieht und die ihr beim Ausdauerlaufen hilft. „Vor allem von der Core-Stabilität profitiere ich.“, analysiert sie. Durch den starken Rumpf, ergänzt durch den kräftigeren Oberkörper, fällt sie nicht stark in Vorlage. „Außerdem habe ich gemerkt, dass sich durch Crossfit meine Geschwindigkeit gesteigert hat.“, fügt die hinzu. 

Zur Vorbereitung auf den Hannover-Marathon stand jedoch ein angepasstes Crossfit-Programm auf dem Plan: Bis zu dreimal die Woche Kraft- und Athletiktraining sowie ein früherer Beginn mit langen Läufen waren Kernbestandteile. Hinzu kam eine angepasste Ernährung, viel mehr Regenration und intensives Dehnen. Eine Anpassung, die sich für Anja gelohnt hat: Die top Zeit, weniger Schmerzen und eine deutlich schnellere Erholung sind die Belohnung. 

Fun Runner zwischen Fitness-Park und Marathonbahn 

Für die Zukunft plant Anja Rückmann, auch den VfL-Fun Runnern mit funktionellem Training den Rücken und mehr zu stärken. Dazu bietet sich die neue Fitnessanlage der Stadt Gladbeck an. Hier kann ein jeder Fun Runner mit Eigengewicht seine Stützmuskulatur trainieren. Das bereitet optimal auf die Laufeinheiten vor. In regelmäßigen Abständen werden die Fun Runner nun Halt an der Anlage machen und etwas für ihre Körperhaltung tun. 

Bei der Einweihung des Fitness-Parks an der Marathonbahn: Anja Rückmann und Bürgermeisterin Bettina Weist (Foto: Stadt Gladbeck)

Sportliche Jahresplanung 

Einen zweiten Marathon soll es für Anja in diesem Jahr zunächst nicht geben. „Wahrscheinlich werde ich zwar in ein paar Monaten wieder vergessen haben, dass der Lauf schon Quälerei auf den letzten Kilometern war. Aber Stand heute ist kein weiterer Marathon in diesem Jahr geplant.“, so Rückmann mit einem Grinsen. 

Das soll jedoch nicht heißen, dass das Jahr langweilig verstreichen soll. Im Mai steht für Anja in Essen ein Hyrox-Wettkampf im Programm. Hyrox ist eine aufstrebende, wettkampforientierte Fitness- und Eventsportart. Der Mühlenkopfkraxler, bei dem man die Willinger Ski-Schanze hochläuft, und der Vivawest-Halbmarathon sind ebenso als Ereignisse gesetzt. 

Es ist also noch einiges zu erwarten. 

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