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Von Tim Tersluisen | Fotos von Ralf Steiger

VfL-Spitzenschwimmerin Jessica Steiger hat am vergangenen Freitag, den 14.08.2020, standesamtlich geheiratet. Jessica und ihr Mann Marco Hohenhorst wurden von Bürgermeister Ulrich Roland getraut.

Wetter spielt perfekt mit

Die Voraussetzungen waren traumhaft: Sonnenschein, nicht zu heiß. Daher fand der anschließende Sektempfang auch im Grünen unter freiem Himmel statt. Der Empfang wurde, ganz traditionell, von Hochzeitstorte und vielen anderen kulinarischen Leckerbissen begleitet. Den Himmel zierten zudem viele Herzchen-Ballons, die von VfL-Kindern entfesselt wurden. Die Hochzeitsfeier ging schließlich bis tief in die Nacht.

Schepperndes Porzellan läutet Hochzeitstag ein

Am Abend zuvor bereits wurde das Durchhaltevermögen des Freundeskreises erprobt: Beim Polterabend ging eine Menge Porzellan zu Bruch, um lautstark das Gelingen der Ehe zu wünschen.

Nur das Beste

Auch der VfL Gladbeck wünscht Jessy und Marco von Herzen alles Gute, viel Glück und eine wunderbare gemeinsame Zukunft.

Die Gladbecker Topschwimmer dürfen wieder trainieren. Wir sprachen nach dem Auftakt mit Olympiahoffnung Jessica Steiger. Sie fand’s seltsam.

Lesen Sie mehr mit WAZ+. Foto: Heinrich Jung.

Jessica Steiger kann das Abenteuer Olympia 2021 angehen. Sorgen bereiten ihr die Wettkampfpause und die Dopingkontrollen in anderen Ländern.

Als klar war, dass die Olympischen Spiele ins Jahr 2021 verschoben wurden, zog das Schwimmerin Jessica Steiger kurz den Boden unter den Füßen weg. Ihre Lebensplanung war auf die Spiele 2020 ausgelegt, danach wollte die Gladbeckerin eigentlich kürzer treten.

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Der Traum von Olympia ist für Jessica Steiger geplatzt – vorerst. Sie gibt nicht auf sondern will kämpfen für Olympia 2021!

Anfang des Jahres sagte ich während einer Trainingseinheit zu meiner Freundin, dass ich gerne ein paar Monate vorspulen würde, um zu wissen, ob sich die ganze Quälerei im Training lohnt und wir zu den Olympischen Spielen fliegen dürfen. Dass mich nun ein Virus davon abhält, meinen Traum zu verwirklichen, hätte ich im Leben nicht gedacht! 

Ich war so nah dran – 33/100 fehlten mir zu meinem Ticket bei meinem ersten Qualiwettkampf. Nicht schlimm, dachte ich damals – es folgen ja noch ein paar Wettkämpfe… Als diese nach und nach ausfielen, wurde ich immer nervöser. Dann ging alles Schlag auf Schlag – die Schwimmbäder wurden weltweit eines nach dem anderen geschlossen – die Stimmen, die Olympischen Spiele zu verlegen, wurden immer lauter. Für mich persönlich ein Alptraum – was wird nun passieren? Werden die Spiele zum ersten Mal in der Geschichte ausfallen? Werden sie um ein, zwei Jahr(e) verschoben? Was bedeutet das für mich und meinen weiteren Weg?

Ich wollte doch Ende des Jahres kürzer treten und in das Berufsleben einsteigen. Meine Sponsorenverträge enden alle in diesem Jahr. Ich habe Bewerbungen geschrieben und extra meine Hochzeit ins Jahr 2021 gelegt. Ich habe alles für diesen einen Traum getan. Als die Entscheidung nun gefallen war und es hieß, dass die Olympischen Spiele um exakt ein Jahr verschoben werden, brach für mich eine kleine Welt zusammen.

Nach ein paar Tagen der Verzweiflung kam mein Kampfgeist zurück

Natürlich ist es die einzig richtige und sinnvollste Entscheidung! Die Gesundheit geht IMMER vor. Doch ich kam mir vor wie in einem schlechten Film – ich war soo nah dran, nach all den Jahren. Und jetzt fühlt es sich wieder so weit weg an… Nach ein paar Tagen der Verzweiflung kam mein Kampfgeist zurück. Lasse ich mir durch einen Virus meinen Traum kaputt machen? Klares NEIN!!! Doch wie geht es weiter? 

Ich brauchte einen neuen Plan. Meine Familie und Freunde haben mich beraten und mich letztendlich zu der Idee gebracht, ein Crowdfunding zu starten. Die Kosten im Leistungsbereich Schwimmen sind enorm, wenn man auf höchstem Niveau mit dabei sein will. Trainingslager, Nahrungsergänzungsmittel, Physiotherapie, Sportpsychologen, Wettkampfanzüge usw…. da lässt sich einiges aufzählen, aber unter allem schlägt schließlich eine 5-stellige Summe pro Jahr zu Buche. 

Würden jemand in einer für alle schwierigen und vor allem ungewissen Situation überhaupt etwas für mich und meinen Traum spenden? Wären 4.000€ als Spende angemessen? Würde ich überhaupt auf eine so hohe Summe kommen? Oder soll ich einfach den Betrag angeben, den ich für meine sportlichen Ziele dringend benötige?? Fragen über Fragen! Ich entschied mich in Absprache mit dem Betreiber der Crowd-Funding-Seite für eine Summe von 7.000€. Sie betonten, dass bei Erreichen der Summe das Ende der Spenden noch nicht erreicht sein muss.

Seid Teil von meinem Team auf dem Weg nach Tokio 2021

Ich nahm mir Zeit, um persönliche und außergewöhnliche Prämien auszuwählen, die es noch als Ansporn für eine Unterstützung zu ergattern gab. Schaut doch gern mal rein und seid Teil von meinem Team auf dem Weg nach Tokio 2021 🙂

Ich würde mich wahnsinnig darüber freuen: https://www.toyota-crowd.de/jessicasteigertokio2021!

Kleiner Fun-Fact: Schon damals wollte ich -wie meine Mama 1984- unbedingt zu den Olympischen Spielen. Mein Papa versprach mir damals, sich die Olympischen Ringe auf den Hintern tätowieren zu lassen, sollte ich die Qualifikation wirklich schaffen. Für wen wäre das kein Ansporn? 😉

Quelle: Radio Emscher-Lippe

Die Gladbecker Schwimmerin hat alles auf Tokio 2020 ausgerichtet – aufgrund des Coronavirus werden die aber verschoben, für Steiger ein Problem.

Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio sollten der krönende Abschluss für die Karriere von Jessica Steiger werden – dieser Plan der Schwimmerin vom VfL Gladbeck geht nicht auf. Die Spiele werden aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf 2021 verschoben.

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Marcel Karow will seiner Athletin zur Olympia-Teilnahme verhelfen

Beim VfL Gladbeck muss sich der Hammer Schwimmtrainer Marcel Karow großen Herausforderungen stellen. Jessica Steiger träumt von Olympia und er soll dabei helfen.

Hamm – Mittlerweile ist der Alltag wieder in das Leben von Marcel Karow eingekehrt. Die größte Aufregung hat sich gelegt. In der ersten Woche nach seinem Wechsel vom Swim-Team des TuS 59 Hamm Anfang Dezember zum VfL Gladbeck, wo er Jessica Steiger zu den Olympischen Spielen in Tokio führen soll, war dies allerdings ganz anders.

„Da war ich schon arg angespannt“, gibt der 29 Jahre alte Hammer unumwunden zu. „Denn für einen jungen Trainer wie mich, der diesen Job erst seit fünf Jahren ausübt, ist das eine riesengroße Aufgabe. Da spürt man schon den Druck, denn man will der Athletin ja nicht ihren großen Traum kaputt machen.“

Inzwischen aber ist Karow bei seinem neuen Arbeitgeber bestens angekommen, auch wenn er eingesteht, dass der Job beim VfL mit seiner stark besetzten ersten Mannschaft weiterhin „sehr intensiv und aufregend“ ist, zumal er seit Anfang Februar, als der bisherige VfL-Coach Harry Schulz die Gladbecker verlassen hat, alleinverantwortlich für das Team und vor allem für Steiger ist.

So war er Ende Januar mit seiner neuen Vorzeigeschwimmerin beim „EuroMeet“ in Luxemburg, wo ihm unter anderem so Weltklasseathleten wie der Franzose Florent Manaudou, die Ungarin Katinka Hosszú oder die Schwedin Sarah Sjöström über den Weg liefen. „Das war eine Schwimmveranstaltung in einer Größe, wie man es in Deutschland nicht kennt“, zeigt sich Karow sichtlich beeindruckt von der Welt, in der er sich jetzt bewegt.

Karow begeistert von Jessica Steiger

Sehr angetan ist er aber auch von Jessica Steiger und ihrem großen Ehrgeiz, sich mit 27 Jahren unter der Regie des Hammers ihren Olympia-Traum zu erfüllen. „Es ist für sie die letzte Möglichkeit“, erklärt er. „Denn sie will nicht noch einmal so einen Vier-Jahres-Zyklus auf sich nehmen, sondern nach den Spielen ins Berufsleben einsteigen.“ Daher steckt Karow eine Menge Energie in das Projekt Tokio.

So fährt er mit Steiger, die zuletzt ein 22-tägiges Höhentrainingslager in der Sierra Nevada absolviert hat, am Freitag nach Antwerpen, um dort den ersten Qualifikationswettkampf für Olympia zu bestreiten. Ende März geht es dann in das norwegische Bergen und Anfang April nach Stockholm zu den beiden Stopps der Scandic-Tour. „Dort muss jeder Meter sitzen“, sagt Steiger, die sich zusammen mit Karow diese Wettkämpfe ganz bewusst ausgesucht hat.

Der Hammer Schwimmtrainer verspürt einen gewissen Druck. Schließlich will Marcel Karow seiner Athletin zur Olympia-Teilnahme verhelfen.© Rother

Denn die Qualifikation kann nicht auf jedem Wald- und Wiesenwettkampf geschehen. Es muss ein vom internationalen Schwimmverband Fina abgezeichneter Wettkampf sein, damit die Zeit überhaupt zählt. Einen Tag nach der Rückkehr aus Schweden steht direkt ein zahntägiges Trainingslager auf Kreta an, ehe dann zwei Wochen später die Deutschen Meisterschaften vom 30. April bis 3. Mai in Berlin anstehen, bei denen die letzte Möglichkeit besteht, sich für Japan zu qualifizieren.

„Wir wollen aber vorher alles fix haben“, betont Karow, dessen Schützling seinen deutschen Rekord von 2:25,00 Minuten über die 200 m Brust um eine Zehntelsekunde verbessern muss, um die erforderliche Zeit zu schaffen. „Eine Zehntel hört sich nicht viel an. Aber das ist schone eine Hausnummer, wenn man die deutsche Bestzeit unterbieten muss, um bei Olympia dabei zu sein“, erklärt Karow. Neben den 200 m Brust nimmt das Duo auch noch die 100 m Freistil und die 100 m Brust in Angriff, um über diese beiden Strecken einen Platz in der Staffel zu ergattern.

Coronavirus beeinträchtigt Planungen nicht

Dass die Olympischen Spiele in Japan wegen des Coronavirus bedroht sind, kümmert den Hammer dabei derzeit überhaupt nicht. „Das ist bei uns bislang nicht zum Thema geworden“, sagt er. Es habe vom Deutschen Schwimm Verband lediglich eine Warnung gegeben, dass die Trainer und Athleten bei Trainingslagern entsprechend Vorsicht walten lassen sollen. „Daher ziehen wir unsere Planungen voll durch und sind auf unser Ziel fokussiert“, fügt Karow hinzu. „Sollte sich da kurzfristig etwas ändern, müssen wir umstrukturieren.“

Ein wenig umstrukturieren musste der Hammer seit Dezember auch seinen Rhythmus im Alltag. Seine Schwimmer trainieren morgens meistens zwischen 8.30 und 10.30 Uhr. Und am Nachmittag steht nach der Krafteinheit von 15.45 bis 16.45 Uhr erneutes Wassertraining von 17 bis 19 Uhr an, so dass der Hammer meist von frühmorgens bis zum Abend in Gladbeck weilt und meist erst spät nach Hause kommt. „Das bringt der Beruf nun mal mit sich“, sagt er. „Und ich mache das auch gerne. Denn ich bin den VfL-Verantwortlichen und vor allem Jessica sehr dankbar, dass sie mir zu 100 Prozent vertrauen. Das ist ein großes Glück.“

Glücklich ist er auch darüber, dass der Kontakt zu seinen früheren Athleten vom Swim-Team nicht abgerissen ist. So gehört Karow weiter zu einer Whatsapp-Gruppe, so dass er über das Geschehen bei den Hammer Schwimmern weiter informiert ist und er sich mit ihnen auch mal abends trifft, um gemeinsam etwas essen zu gehen. „Ich bin ja im Guten gegangen“, sagt er – und fügt hinzu: „Aber der Wechsel nach Gladbeck war für mich die richtige Entscheidung.“

Beitrag: Patrick Droste – Wa.de | Fotos

Jahresrückblick 2019: Jessica Steiger ist im Jahr 2019 von Erfolg zu Erfolg geeilt. Ob bei der WM oder bei „Deutschen“ in Berlin – die Gladbeckerin weist Topform nach.

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Der Deutsche Schwimm-Verband hat seine Kaderathleten für das Jahr 2020 bekanntgegeben. In die Verbandskader wurden insgesamt 247 Becken- und Freiwasserschwimmer (214 / 33) berufen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung um fast 50 Prozent. Für das aktuelle Kalenderjahr 2019 waren 139 Becken- und 29 Freiwasser-Schwimmer in den Kaderlisten zu finden.

Auch der höchste Bundeskader, der Olympiakader, wurde von 16 Schwimmern im Jahr 2019 auf nun 23 Athleten aufgestockt. Zurück in der höchsten DSV-Auswahl ist so zum Beispiel wieder Marco Koch, der in diesem Jahr mit dem Sprung ins WM-Finale über die 200m Brust seine Rückkehr in die Weltspitze feiern konnte.

Im Perspektivkader des DSV stehen im Jahr 2020 insgesamt 36 Schwimmer. Das sind zehn Athleten mehr als noch 2019. 

„Die Vergabe des Kaderstatus, welcher den jeweiligen Umfang der Förderung durch Verband, Sporthilfe und andere Institutionen bestimmt, war in mehreren Sitzungen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) abgestimmt worden“, erklärt der DSV in einer Pressemitteilung. Dies habe sich nicht immer einfach gestaltet. „Umso bemerkenswerter ist es, dass die Dachorganisation den veränderten sportfachlichen Überlegungen des DSV gefolgt ist und den gesamten Prozess unterstützt hat“, erklärt DSV-Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen.

Die Schwimmer des DSV-Olympiakaders 2020:
Becken: Marco Koch, Fabian Schwingenschlögl, Christian Diener, Jacob Heidtmann, Philip Heintz, Marius Kusch, Henning Mühlleitner, Poul Zellmann, Florian Wellbrock, Damian Wierling, Rafael Miroslaw
Annika Bruhn, Reva Foos, Isabel Gose, Franziska Hentke, Sarah Köhler, Jessica Steiger, Marie Pietruschka, Laura Riedemann, Julia Mrozinski
Freiwasser: Rob Muffels, Leonie Beck, Finnia Wunram

Links zum Thema:

30. Nov 2019

Road to Olympia

Hallo Leute,

die Olympischen Spiele 2020 in Tokio – mein großer Traum rückt näher. Auch wenn die Qualifikationsphase erst am 01. Januar 2020 beginnt, steigt in mir schon die Nervosität – eine positive Nervosität, die mich täglich durch das Training begleitet und mich harte Trainingseinheiten überstehen lässt. Jetzt wird die Grundlage gelegt, um Anfang des Jahres schnell sein zu können. Das bedeutet Kilometer schwimmen ohne Ende, um meine Ausdauer zu stärken. Mitte Dezember fahre ich mit meinem Trainer nach Amsterdam zu einem Testwettkampf. Hier wollen wir überprüfen, ob ich auf einem guten Weg bin oder wir doch noch an ein paar Ecken schrauben müssen 😉

Hier ein paar Bilder

Ausruhen an Weihnachten und zwischen den Jahren ist nicht drin

Wer denkt, dass ich danach erst einmal die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel genießen kann, liegt falsch. Die einzigen freien Trainingstage sind an Heilig Abend und an Neujahr. Ganz nach dem Motto: die Konkurrenz schläft nicht! Ehrlich gesagt finde ich das Training an den Weihnachtstagen gar nicht so schlimm – man kann direkt das Essen abtrainieren und sich auf das nächste Essen freuen 😉 Zu wild gefeiert wird an Silvester natürlich auch nicht – am 04.01 geht es für mich direkt ins Trainingslager nach Fuerteventura. Da ich mich zu Jahresbeginn immer gern mit einer Erkältung anstecken lasse, versuche ich dem Winter in Deutschland ein wenig zu entfliehen. Trainingslager sind natürlich auch immer gut, um sich komplett auf das Training zu fokussieren und dazwischen zu regenerieren. Kein Alltagsstress also.

Fuerteventura, Luxemburg, Sierra Nevada – ich bin viel unterwegs…

Ende Januar folgt der „EuroMeet“ in Luxemburg, wo ich bereits versuchen werde, mich in guter Form zu präsentieren. Einen Monat später folgt -mal wieder- ein dreiwöchiges Trainingslager in der Sierra Nevada. Und dann wird es  im April ernst! Bei der Nordic Swim Tour werde ich zuerst in Bergen und anschließend in Stockholm schwimmen – dort muss bereits jeder Meter perfekt sitzen! Diese beiden Wettkämpfe habe ich mir „ausgesucht“, um dort eine perfekte Leistung abzuliefern. Übrigens: Die Qualifikation kann nicht auf jedem Wald – und Wiesenwettkampf geschehen. Es muss ein von der FINA (wie beim Fußball die FIFA) abgezeichneter Wettkampf sein, damit meine Zeit überhaupt zählt. Zudem muss meine Zeit unter elektronischer Zeitnahme gemessen werden, damit es fair bleibt und kein Kampfrichter zu schnell oder zu langsam mit seiner Hand auf die Stoppuhr drückt. Die Qualifikationsphase endet mit den Deutschen Meisterschaften, die vom 30.04-03.05.2020 in Berlin ausgetragen werden. Nur wenn ich am 04.05.2020 die schnellste Deutsche über 100m Brust bin oder zu den Top 4 über 100m Freistil gehöre, darf ich mit nach Tokio zu den Olympischen Spielen!

Bloß nicht krank werden

Manche Schwimmerinnen und Schwimmer werden ihren Höhepunkt sicherlich bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin setzen. Ich habe jedoch mit meinem Trainer beschlossen, nicht bis zum letzten Tag der Qualiphase zu warten, um dort schnell zu sein. Zum einen ist mir das Risiko zu hoch, vielleicht genau an diesem Wochenende erkältet zu sein oder durch andere Umstände nicht 100% geben zu können. Zum anderen könnten wir immer noch rechtzeitig reagieren, sollte es in Bergen oder Stockholm doch noch nicht perfekt laufen. Ich denke jeder kennt das Gefühl, heute keinen perfekten Tag erwischt zu haben. Es bleibt sowieso bis zum letzten Tag spannend! Jeder möchte zu Olympia – Hundertstel werden letztendlich über Freud und Leid entscheiden. 1/100 kann ausschlaggebend dafür sein, ob sich die Jahre voller Anstrengungen, Fleiß und Ehrgeiz auszahlen. 

Also: Drückt mir die Daumen 😉

Bis bald!

Eure Jessy

Beitrag von Radio Emscher Lippe

Wer Sonntagnachmittag nach Abschluss der Int. Deutschen Kurzbahnmeisterschaften Schwimmen in Berlin in die Gesichter der Abreisenden blickte, sah fast überall nur Freude. Mit vielen starken Leistungen hatten die Athlet*innen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) zu Beginn der Olympiasaison vier Tage lang Optimismus geschürt. „Es macht richtig Spaß, wenn nicht nur die etablierten Kräfte überzeugen, sondern auch viele junge Kader für Konkurrenzkampf sorgen“, sagte Teamcoach Hannes Vitense.

Das war so auch im letzten Finalabschnitt zu sehen: Jessica Steiger (VFL Gladbeck 1921) holte sich über 100m Lagen ihren zweiten Titel und durchbrach in 59,67 zum ersten Mal die Minuten-Marke. Silber gewann Youngster Zoe Vogelmann, die zudem erneut in 1:00,04 einen neuen Deutschen Altersklassenrekord für 16-Jährige aufstellte. Nach seinem Sieg über 200m Lagen schaffte Philip Heintz (DSV) auch über 100m Lagen den Sprung ganz nach oben auf das Podest. In 52,91 ließ der Heidelberger die Konkurrenz deutlich hinter sich.

Für die Überraschung des Abends sorgte dann Isabel Gose (SV Nikar Heidelberg). Über 400m Freistil schlug die 17-Jährige nicht nur die frischgebackene 800m-Weltrekordhalterin Sarah Köhler (SG Frankfurt), sondern unterbot dabei auch deren nationalen Rekord. Mit ihren 3:58,91 Minuten reihte sich Gose in der internationalen Spitze ein. „Ich habe mit dem Gedanken gespielt, ob ich Sarah Köhler schlagen kann. Bei 200 Metern habe ich gemerkt, dass es richtig super läuft, und dann habe ich einfach nochmal versucht alles zu geben“, erzählte die fünfmalige Jugend-Europameisterin Gose: „Aber dass es dann zum deutschen Rekord reicht, hätte ich niemals gedacht“.

Sarah Köhler, die direkt aus dem Höhentrainingslager zur DKM angereist war, erwies sich übrigens als faire Verliererin. „Ich freue mich für Isabell und ziehe den Hut“, betonte Köhler als Zweitplatzierte (4:00,46): „Ich bin der Meinung, es ist gut, wenn unsere deutschen Rekorde gebrochen werden, ob nun meiner oder nicht. Und mein gestriger Weltrekord macht den Verlust ja wett.“

Anschließend holte sich Florian Wellbrock (SC Magdeburg) über 400m Freistil in 3:40,83 Minuten den dritten Titel dieser Meisterschaften. Zweiter wurde in 3:41,20 Poul Zellmann (SG Essen), der ebenfalls unter der Normzeit für die Kurzbahn-EM in Glasgow (04. – 08. Dezember) blieb. Auf dem vierten Platz landete mit Altersklassenrekord von 3:43,17 der 17-jährige Sven Schwarz (WaSpo 98 Hannover).

„Ich bin ganz froh, dass ich jetzt auf der Kurzbahn auch nochmal ein Stückchen zulegen konnte im Vergleich zum letzten Jahr. Das liegt besonders an meinen verbesserten Wenden, damit kann ich jetzt auf die Langbahn“, erzählte Wellbrock: „Mein nächster Wettkampf ist dann auch im Dezember in Magdeburg schon auf der langen Bahn und danach geht es bis zum neuen Jahr ins Trainingslager. Es kommt viel, viel harte Arbeit auf uns zu.“

Über 100m Schmetterling lieferten sich Aliena Schmidtke (SC Magdeburg), Angelina Köhler (W98 Hannover) und Lisa Höpink (SG Essen) das erwartete Kopf-an-Kopf Rennen, was im Anschlag Nachwuchstalent Angelina Köhler für sich entscheiden konnte. In fantastischen 56,95 holte sie sich den Titel und stellte erneut einen Altersklassenrekord für 19-Jährige auf. Nur 3 Hundertstelsekunden dahinter schlug Schmidtke in 56,98 als Zweite an. Dritte wurde Höpink in 57,26. Damit blieben alle deutlich unter der geforderten Qualifikationszeit für Glasgow. „Ich bin auf jeden Fall happy, was die Saisonplanung betrifft. Nach dem Höhentrainingslager weiß man das ja immer nicht so genau und ich hätte nicht gedacht, dass es jetzt schon so gut passt.“

Eine Goldmedaille gab es über 100m Schmetterling der Männer für Marius Kusch (DSV). In 50,21 siegte er deutlich und schlug vor Ramon Klenz (SG Neukölln Berlin, 51,24) und Philip Heintz (DSV, 51,36) an. Auch hier blieben alle drei Schwimmer unter der Normzeit für die Kurzbahn-EM. „Das war ein super Rennen, aber gefeiert wird nicht, morgen geht die harte Arbeit direkt weiter. Mein Ziel ist es, die Norm für Olympia bereits im Januar zu brechen“, sagte Kusch.

Im Finale über 200m Brust gab es dann gleich drei Altersklassenrekorde auf einmal. Als Zweite stellte Malin Grosse (SGS Hannover) in 2:23,41 Minuten einen für 17-Jährige auf, Kellie Messel (SG Mittelfranken) brach in 2:25,39 den für 15-Jährige und landete auf dem fünften Platz vor Kim Herkle (SV Cannstatt), die in 2:25,63 den Rekord für 16-Jährige unterbot. Den Sieg holte sich mit deutlichem Vorsprung Jessica Steiger in 2:22,21. „Das macht echt Mut für mehr“, sagte die 27-jährige Steiger als erfolgreichste DKM-Teilnehmerin mit jeweils drei Gold- und Bronzemedaillen.

Die 200m Brust der Männer wurden erst im Anschlag entschieden. Im Endspurt setzte sich Maximilian Pilger (SG Essen) in 2:07,52 knapp vor Yannis Merlin Willim (SSG Leipzig) in 2:07,74 durch. Dabei verpassten beide Athleten die Normzeit für die Kurzbahn-EM (2:07,00) nur um wenige Zehntelsekunden. „Das ist mein erster Titel und das ist ein super gutes Gefühl, da verschmerzt man auch die knapp verpasste EM-Qualifizierung“, meinte Pilger.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde noch einmal gesprintet. Im 50m Rücken-Finale der Frauen holte sich Laura Riedemann (SV Halle/Saale) in 27,10 die Goldmedaille. Auf dem zweiten Platz landete Kim Kristin Krüger (SG Dortmund), die ihren am Vormittag aufgestellten Altersklassenrekord für 16-Jährige noch einmal auf 27,41 verbesserte. Auch Celina Kühne (Ratzeburger SV) stellt einen neuen Altersklassenrekord für 17-Jährige auf (27,71). „Zwei Titel in zwei Tagen, das freut mich riesig. Aber jetzt heißt es, weiter zu trainieren mit dem Ziel Olympia. Im Januar geht es dann richtig mit der Quali für Tokio los“, sagte Riedemann.

Den letzten Sieg des Abends holte sich über 50m Rücken dann Ole Braunschweig (SG Neukölln Berlin) in 23,45. Jan-Philip Glania (SG Frankfurt) feierte bei seiner Comeback-Meisterschaft noch einmal den Vizemeistertitel und holte sich in 23,90 Silber. „Nachdem ich hier zweimal gegen Christian Diener verloren habe, ist der Sieg jetzt echt eine Genugtuung. Der Einsatz bei der EM in Glasgow wäre mein erster internationaler Einsatz und ich freue mich total und hätte mega Bock auf die Rennen dort.“

Der Kader für die Kurzbahn-Europameisterschaften in Schottland wird vom DSV dann voraussichtlich am Montag (18. November) offiziell bekannt gegeben.

Quelle: Deutscher Schwimm-Verband


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