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Am Ende haben die Skeptiker doch Recht behalten: Die Handballer des VfL Gladbeck, vor Beginn der Saison 2014/2015 in der Dritten Liga West als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt, konnten die Klasse tatsächlich nicht halten. Nach einer Negativserie von 1:17-Punkten im letzten Saisondrittel landeten die Rot-Weißen schließlich auf dem 14. Rang und verabschiedeten sich gemeinsam mit Ex-Bundesligist SG OSC Löwen Duisburg und Aufsteiger HSG Wiesbaden in die QOberliga.

Sven Deffte hatte sich in seinem ersten Jahr als Trainer des VfL natürlich eine bessere Platzierung gewünscht und war über das Abschneiden seiner Mannschaft tief enttäuscht. Ungeachtet dessen fiel sein abschließendes Urteil ausgewogen aus. „Wenn die Saison für uns optimal läuft, holen wir 23 oder 24 Punkte und halten die Klasse. Läuft sie schlecht, holen wir wie Wiesbaden nur 14 Punkte“, so der VfL-Trainer. 19 Zähler wurden es schließlich – und die reichten nicht zum Klassenerhalt.

Bis zum 21. Februar lag der VfL Gladbeck auf Kurs. Nach dem 33:31-Heimerfolg über die HSG Krefeld standen 18:24-Punkte für die Rot-Weißen zu Buche. Im Anschluss begann das Deffte-Team jedoch zu schwächeln. Als besonders schmerzhaft erwiesen sich die Niederlagen gegen die SG Schalksmühle-Halver (24:25 nach einer 14:8-Führung zur Pause) und bei Mitkonkurrent SG OSC Löwen Duisburg (21:28). Für VfL-Chef Siegbert Busch war die Pleite gegen Schalksmühle das entscheidende Spiel. „Das war das Schlüsselspiel. Das hätten wir gewinnen müssen. Wenn uns das gelungen wäre, hätte das Team die Saison locker weiterspielen können.“

Dass die Gladbeckern in der entscheidenden Phase in Schieflage gerieten, dürfte letztlich auf den für die Dritte Liga zu dünn besetzten Kader zurückzuführen sein. Sven Deffte war, auch weil Heiko Brandes lange Zeit und Sebastian Dreiszis zum Schluss nicht zur Verfügung stand, förmlich gezwungen, es immer mit sieben oder acht Feldspielern zu probieren, weil die Jungs dahinter noch etwas zu grün waren. Der VfL wirkte daher in der entscheidenden Phase weniger frisch als die Konkurrenz. Zu allem Überfluss nahm sich Mittelmann Lukas Krings in der Rückrunde eine Formkrise. Ein Akteur, der den erfahrenen Krings als Spielmacher hätte ersetzen können, fand sich im Kader nicht.

Dem VfL gelang es im Saisonverlauf außerdem nicht, eine konstant ordentliche Abwehr hinzustellen. Sven Deffte hatte sich in der Vorbereitung entschieden, es mit einer 5:1-Deckung zu versuchen. Die funktionierte hin und wieder richtig gut – erinnert sei beispielsweise an den 27:24-Erfolg über den Neusser HV am Ende des vergangenen Jahres. Allzu häufig aber erwies sich die Defensive als viel zu löchrig. Und weil auch die Torhüter Tim Deffte, Andy Tesch, der nach einer OP in den letzten Wochen der Spielzeit passen musste, und Michael Schmidt viel zu selten Topleistungen zeigten, mussten die Gladbecker 914 Treffer hinnehmen, also im Schnitt 30,46 pro Partie. Nur Schlusslicht HSG Wiesbaden kassierte noch mehr Tore als der VfL.

Die Gladbecker zeigten zudem Nerven, insbesondere als sie nach der Pleite in Duisburg knietief im Abstiegskampf steckten. Das Team erlaubte sich plötzlich Fehler, die es sich vorher nicht geleistet hatte. „Einige von uns waren völlig überdreht“, stellte Sven Deffte etwa nach der Begegnung mit dem Neusser HV am vergangenen Samstag fest. Der Druck, der auf den jungen Akteuren lastete, war schlichtweg zu groß geworden.

Pech beklagte der VfL auch, vor allem der Spielplanbauer hatte es mit den Gladbeckern nicht gut gemeint. Der hatte nämlich entschieden, dass die Rot-Weißen im Januar gegen den TSV GWD Minden II und auf den VfL Gummersbach II antreten mussten. Die Bundesliga hatte seinerzeit WM-Pause. Das führte dazu, dass Minden in der Riesener-Halle mit Verstärkung aus der Ersten Liga antrat und gewann. Gummersbach bot praktisch ein komplettes Bundesliga-Team gegen den VfL auf und gewann knapp. Der Soester TV dagegen, der bekanntlich den ersten Nicht-Abstiegsplatz belegte, traf am dritt- und viertletzten Spieltag auf personell ganz anders aufgestellte Mindener und Gummersbacher und holte aus diesen Partien vier Punkte.

Apropos Wettbewerbs-Verzerrung: Auch andere Mannschaften ließen sich zum Schluss ziemlich gehen. Matthias Reckzeh, Interimstrainer und Torwart der Duisburger Löwen, bezeichnete beispielsweise die 21:27-Niederlage des SV 64 Zweibrücken gegen Soest am letzten Spieltag als „eine Frechheit“.

Pech beklagte der VfL auch, vor allem der Spielplanbauer hatte es mit den Gladbeckern nicht gut gemeint. Der hatte nämlich entschieden, dass die Rot-Weißen im Januar gegen GWD Minden II und gegen den VfL Gummersbach II antreten mussten. Die Bundesliga hatte seinerzeit WM-Pause. Das führte dazu, dass Minden mit Verstärkung von oben antrat und gewann. Gummersbach bot sogar ein komplettes Bundesliga-Team auf und bezwang Gladbeck knapp. Der Soester TV dagegen, der den ersten Nicht-Abstiegsplatz belegte, traf auf personell ganz anders aufgestellte Mindener und Gummersbacher und holte aus diesen beiden Partien vier Punkte.

Und dann gab es noch Teams, die sich zum Schluss hängen ließen. Matthias Reckzeh, Interimstrainer und Torwart der Duisburger, bezeichnete die 21:27-Niederlage des SV 64 Zweibrücken gegen Soest am letzten Spieltag als „eine Frechheit“.

Quelle: derwesten.de – Thomas Dieckhoff | Foto: Biene Hagel

Der VfL Gladbeck wird definitiv nicht an der Abstiegsrelegation der Dritten Handball-Ligen teilnehmen. Diese Entscheidung trafen jetzt der Abteilungsvorstand (Siegbert Busch, Ulrich Mollenhauer, Hans-Jörg Conrad), der Sportliche Leiter Tim Deffte, Trainer Sven Deffte und die beiden Mannschaftskapitäne Thorben Mollenhauer und Max Krönung. „Es ist ja völlig offen, ob überhaupt ein Platz frei ist“, so Siegbert Busch, der Chef der Rot-Weißen. Deshalb mache es für den VfL Gladbeck keinen Sinn, in knapp drei Wochen nach Köthen in den Osten der Republik zu fahren.

Bei den Überlegungen der Rot-Weißen spielte auch eine Rolle, dass das Team für die neue Saison wohl nicht stärker sein wird als das, welches in der Runde 2014/2015 in der West-Staffel den drittletzten Platz belegt hat. Siegbert Busch: „Für die Entwicklung unserer Mannschaft ist es besser, wenn sie in der Oberliga antritt.“

Die Gladbecker, das hat das letzte Saisonspiel in Neuss am vergangenen Samstag bewiesen, liefen nach einer langen und äußerst anstrengenden Saison förmlich auf der letzten Rille. Die Perspektive, wie im vergangenen Jahr erneut auf eine Pause zu verzichten, erschien den Verantwortlichen, dem Trainer und der Mannschaft vor dem Hintergrund, dass das Relegationsturnier nur vorsorglich ausgetragen wird, als wenig verlockend. Außerdem hätte der VfL in Köthen nicht einmal in Bestbesetzung antreten können, weil in Heiko Brandes und Sebastian Dreiszis zwei Akteure aus dem Stamm an dem Wochenende des Turniers definitiv privat verhindert sind.

Somit werden die Gladbecker in der Saison 2015/2016 wieder in der Oberliga Westfalen antreten.

Quelle: derwesten.de – Thomas Dieckhoff

Weil dem Handball-Bundesligisten HSV Hamburg auch in zweiter Instanz die Lizenz verweigert wurde, darf Drittliga-Absteiger VfL Gladbeck wieder auf den Klassenerhalt hoffen. Bedingung ist, dass der HSV in einer niedrigeren als der dritthöchsten Spielklasse starten muss.

Trotz der Niederlage in der Abstiegsrelegation gegen den SV Salamander Kornwestheim dürfen der VfL Gladbeck und sein neuer Trainer Sven Deffte seit Dienstag wieder auf den Klassenerhalt in der Dritten Liga West hoffen. Der Grund hierfür ist in der höchsten deutschen Spielklasse zu suchen: Die Handball-Bundesliga (HBL) hat dem finanziell stark angeschlagenen Bundesligisten HSV Hamburg auch in zweiter Instanz die Lizenz verwehrt. Damit stehen die Hansestädter als Absteiger fest, der Verein hatte – wie der Norddeutsche Rundfunk berichtet – keinen vorsorglichen Antrag für eine Zweitliga-Lizenz gestellt. HBL-Geschäftsführer Holger Kaiser begründete die Entscheidung wie folgt: „Der HSV hat auch in den fristgerecht nachgereichten Unterlagen seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zum Ende dieser Saison und auch für die kommende nicht belegen können.“

Nun bleibt dem HSV, der 2010 den DHB-Pokal, 2011 die Meisterschaft und 2013 die Champions League gewann, noch die Möglichkeit, das HBL-Schiedsgericht anzurufen. Sollte er dort zurückgewiesen werden, darf der HSV höchstens in der Dritten Liga antreten. Wird der Klub tatsächlich drittklassig, hätte der Abstieg des VfL Gladbeck in die Oberliga Bestand. Sollte Hamburg allerdings noch weiter zurückgestuft werden, hielte der VfL als erster Nachrücker (in der Relegationsrunde bezwang man den HC Aschersleben) doch noch die Klasse.

Quelle: derwesten.de – Marcel Krischik | Foto: Gerhard Schypulla

Einen Mittelfeldplatz wollten die Handballer des VfL Gladbeck in ihrer zweiten Drittliga-Saison erreichen. Nun sind sie in die Oberliga abgestiegen. Die WAZ sucht nach den Ursachen.

Einen Mittelfeldplatz hatten die Handballer des VfL Gladbeck in ihrer zweiten Saison in der Dritten Liga West angestrebt. Am Ende schlossen die Rot-Weißen die Runde mit 19:41-Punkten auf dem drittletzten Rang ab. Und auch in der Abstiegsrelegation konnte sich das Team nicht retten, gegen Salamander Kornwestheim kassierte die Mannschaft eine 28:30-Niederlage. Woran lag’s? Die WAZ blickt noch einmal auf die Spielzeit zurück.

Führungsspieler
Auffällig war, dass sich der VfL im Saisonverlauf gegen Mannschaften auf Augenhöhe schwer tat. Gegen die Teams ab Tabellenplatz zehn in der Endabrechnung holten die Rot-Weißen nur zehn von 24 möglichen Punkten. Und auch Salamander Kornwestheim war ja personell nicht viel besser besetzt als die Gladbecker. Die jedoch schafften es wie zuvor in der Liga nicht, das Heft in der entscheidenden Phase der Partie in die Hand zu nehmen, während auf Seiten des Gegners genau dies dem Rückraumrechten Christopher Tinti gelang. Dem VfL fehlte im Aufgebot letztlich ein Akteur wie er früher einen in Timo Marcinowski hatte, also ein Akteur, der in kniffligen Situationen instinktiv die richtigen Entscheidungen trifft, der das Tempo variiert und der die entscheidende Tore erzielt.

Verletzungspech
Dass Michael Kintrup am vergangenen Samstag die Halle humpelnd verließ, passte zu der von Verletzungen geprägten Saison der Gladbecker. Vor allem am Ende des vergangenen Jahres musste der damalige Trainer Holger Krimphove immer wieder improvisieren, weil wichtige Akteure zum Teil recht lange ausfielen. Am Saisonende erwischte es Kreisläufer Jan Brosch, und, in den letzten 20 Minuten der Begegnung mit Kornwestheim, ausgerechnet auch Michael Kintrup, der aufgrund seiner hervorragenden konditionellen Verfassung noch wichtige Impulse hätte setzen können.

Abwehrschwäche
904 Treffer mussten die Gladbecker in den 30 Spielen der Dritten Liga West hinnehmen, also im Schnitt 30,13 Tore pro Partie. Das sind schlicht und ergreifend viel zu viele Gegentore. Die Abwehr stand – überspitzt formuliert – viel zu häufig nur Spalier, und die Torhüter Tim Deffte und Andy Tesch spielten in der abgelaufenen Saison auch keine entscheidende Rolle.

Zugänge
Der VfL verpflichtete für seine Verhältnisse viele Akteure. Vor der Saison kamen Lukas Krings, Heiko Brandes, Björn Sankalla, Jonathan Geukes, Tobias Reich und Ruwen Thoke an die Schützenstraße, im Verlauf der Spielzeit Jan Brosch, der mit Zweitspielrecht ausgestattet wurde, Janis Braun und Michael Kintrup, den die Rot-Weißen vom Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten zurückholten. Nicht alle Zugänge schlugen ein: Reich verließ den VfL schnell wieder wegen eines Auslandssemesters, Geukes fiel verletzungsbedingt lange aus, Thoke fasste nie Fuß und Braun bekam erst gar keine echte Chance.

Schiedsrichter
Eine Rolle spielten in der Saison 2013/2014 auch die Schiedsrichter. Erinnert sei an das Auricher Phantomtor in allerletzter Sekunde, das den Gladbeckern einen Punkt kostete. Und erinnert sei auch an den zweifelhaften Siebenmeter in allerletzter Sekunde gegen den VfL im Vergleich mit der TSG A-H Bielefeld, der die Rot-Weißen ebenfalls um einen Zähler brachte.

Quelle: derwesten.de – Thomas Dieckhoff | Foto: Gerhard Schypulla

Es hat nicht sollen sein: Die Handballer des VfL Gladbeck verloren das alles entscheidende Abstiegs-Relegationsspiel gegen den SV Salamander Kornwestheim mit 28:30 (14:13). „Kleinigkeiten waren entscheidend“, sagte etwas später der gefasst wirkende VfL-Trainer Siegbert Busch.

Die meisten VfL-er verschwanden schnell in der Kabine. Bloß weg, dürften sie gedacht haben nach der 28:30 (14:13)-Niederlage im Abstiegs-Relegationsspiel gegen den SV Salamander Kornwestheim, die ihren Abstieg in die Oberliga Westfalen besiegelte. Thorben Mollenhauer floh nicht, er kauerte, einem Häufchen Elend gleich, in einer Ecke der Halle und konnte es nicht fassen. Worte fand der Ur-Gladbecker nach dem wichtigsten Spiel des Jahres nicht. Mollenhauer sprachlos, das kommt wahrlich nicht allzu häufig vor.

VfL Gladbeck – SV Salamander Kornwestheim 28:30 (14:13).

VfL Gladbeck: Tesch (1. – 39., 50. – 60.), T. Deffte (39. – 50.) – Krings (9/3), Sankalla (4), Brandes (2), Kunze (1), S. Deffte, Singh-Toor, Krönung (6), Mollenhauer (3), Geukes, Kintrup (2), Thoke.

Spielfilm: 2:2 (3.), 7:2 (10.), 7:5 (13.), 10:6 (17.), 11:9 (24.), 14:11 (27.), 14:13 (30.), 14:14 (32.), 16:16 (34.), 16:18 (36.), 18:18 (38.), 18:21 (43.), 21:25 (47.), 24:26 (50.), 26:27 (54.), 28:28 (58.), 28:30 (60.).

„Kleinigkeiten waren entscheidend“, sagte etwas später der gefasst wirkende VfL-Trainer Siegbert Busch. Anders ausgedrückt: Die Zuschauer hatten im niedersächsischen Beckdorf exakt das erwartete Spiel zweier ungefähr gleichstarker Mannschaften gesehen. Den Unterschied machten letztlich die Rückraumakteure der Kornwestheimer. Die Gladbecker Abwehr bekam nämlich Christopher Tinti und Denis Gabriel in der entscheidenden Phase der zweiten Halbzeit einfach nicht in den Griff. „Kornwestheim“, so Busch, „hat sein Spiel nach dem Seitenwechsel besser durchgebracht als wir.“ Verletzungspech kam hinzu, einige diskussionswürdige Schiedsrichter-Entscheidungen und der eine oder andere verworfene Siebenmeter – und die Partie war entschieden.

Mirko Henel, der Übungsleiter des Teams aus Baden-Württemberg, strahlte nach dem Ende der Partie natürlich mit der Sonne über Niedersachsen um die Wette: „Ich denke, wir haben glücklich, aber nicht unverdient gewonnen.“ Der frühere Düsseldorfer Zweitliga-Spieler weiter: „Es war ja klar, dass es für eine Mannschaft bitter enden wird. Wir hatten die bessere Luft.“

Dabei war die erste Runde an VfL-Trainer Siegbert Busch gegangen. Der hatte sich nämlich für eine sehr offensive 5 + 1-Deckung entschieden. „Damit haben wir nicht gerechnet“, gab Henel zu. Entsprechend gut lief es zunächst für die Gladbecker. 7:2 lagen sie nach zehn Minuten in Führung. Henel reagierte und wählte seinerseits ein anderes Abwehrsystem. An der 4:2-Deckung bissen sich die Gladbecker die Zähne aus. Das Team verzettelte sich zunehmend in Einzelaktionen und kam nicht mehr wie zu Beginn der Partie zum Abschluss.

Der VfL Gladbeck geriet in der 35. Minute erstmals in Rückstand (16:17), nach 47 Minuten hieß es gar 21:25. Entschieden war aber noch nichts, weil sich die Rot-Weißen mit einem starken Andy Tesch im Tor und generell mit Herz und Hingabe gegen die drohende Niederlage stemmten. Und wäre Björn Sankalla 50 Sekunden vor Schluss beim Spielstand von 28:29 nicht an SVK-Keeper Tobias Tauterat gescheitert, hätte es vielleicht ein Happyend gegeben für den VfL.

Im Spiel der Verlierer trafen die Gladbecker auf den HC Aschersleben, der zuvor Gastgeber VfL Fredenbeck mit 18:23 unterlegen war. Diesen Vergleich entschieden die Rot-Weißen souverän mit 39:31 (19:16) zu ihren Gunsten. Sollte also noch kurzfristig ein Startplatz in der Dritten Liga frei werden, wäre der VfL Gladbeck doch gerettet. Aber damit rechnet momentan niemand.

Quelle: derwesten.de – Thomas Dieckhoff | Foto: Biene Hagel

Die Handballer des VfL Gladbeck haben nur noch theoretische Chancen, den Klassenerhalt auf direktem Weg zu schaffen.

Nach ihrer 29:31 (10:16)-Niederlage bei Schlusslicht TSG A-H Bielefeld beträgt der Abstand der Rot-Weißen zum ersten Nicht-Abstiegsplatz zwei Spieltage vor dem Saisonende vier Punkte.

Der VfL müsste also seine abschließenden Spiele in Wilhelmshaven und gegen Schalksmühle gewinnen und zudem darauf hoffen, dass der Neusser HV (30:30 in Leichlingen) oder die SG Schalksmühle (21:33 in Dormagen) patzen.

TSG A- H Bielefeld – VfL Gladbeck 31:29 (16:10).

VfL Gladbeck: T. Deffte (1. – 25., 31. – 41.), Schmidt (25. – 30., 41. – 60.) – Krings (4/1), Sankalla (1), Brandes (1), Kunze (1), S. Deffte (3/2), Singh Toor (1), Krönung (8/2), Mollenhauer (5), Geukes, Kintrup (5).

Spielfilm: 4:1 (7.), 5:3 (10.), 9:6 (16.), 10:7 (20.), 13:8 (25.), 16:10 (30.), 18:13 (34.), 20:16 (37.), 23:17 (40.), 24:21 (44.), 29:23 (51.), 29:29 (58.), 31:29 (60.).

In der Verfassung aber, in der sich die Gladbecker im Heeper Dom präsentierten, werden sich auch am nächsten Samstag beim Tabellendritten Wilhelmshaven leer ausgehen. „Jetzt von dem Wunder von Wilhelmshaven zu reden, wäre lächerlich“, sagte der grippegeschwächt in die Partie gegangene VfL-Rückraumakteur Michael Kintrup.

Max Krönung, mit acht Treffern einmal mehr erfolgreichster Schütze der Rot-Weißen, lag nach den 60 Minuten rücklings auf dem Parkett, regungslos, alle Vier von sich gestreckt. Als ob er in einem Boxkampf auf die Bretter geschickt worden wäre. Und nichts anderes war diese Niederlage bei der bereits als Absteiger feststehenden TSG A-H Bielefeld: ein überaus schmerzhafter Knockout!

VfL-Trainer Holger Krimphove kauerte derweil auf der Bank und versuchte sich einen Reim auf die äußerst schwache Vorstellung seiner Mannschaft zu machen. „Es war das erste Mal“, sagte Krimphove, „dass die Jungs Nerven gezeigt haben.“ Eine normale Leistung des Teams, so der Trainer weiter, hätte gereicht, um zu gewinnen. Krimphove: „Die Bielefelder haben das gezeigt, was sie können.“

Der VfL schaffte das nicht. Und das deutete sich bereits in der Anfangsphase der Partie an. Nach Thorben Mollenhauers Tor zum 1:0 glichen die Gastgeber aus. Während in den folgenden sechs Minuten zwei Schüsse von Max Krönung abgeblockt wurden, ein Pass von Sven Deffte an den Kreis nicht ankam und Thorben Mollenhauer zweimal vergab, traf Bielefeld einigermaßen regelmäßig und lag mit 4:1 in Führung. Und so ging es weiter. Gladbeck erlaubte sich im Angriff viele Fehlversuche und technische Fehler und bekam in der Abwehr die TSG einfach nicht in den Griff. Weil auch die Torhüter Tim Deffte und Michael Schmidt – Andy Tesch hatte es vorgezogen, in der alles entscheidenden Saisonphase lieber auf Hochzeitsreise zu gehen – keinen Ball zu fassen kriegten, lag der VfL nach 30 Minuten mit 10:16 zurück.

Dass die Gladbecker am Ende noch einmal hoffen durften, lag an einigen Undiszipliniertheiten der Bielefelder, die zwischenzeitlich sogar nur noch mit drei Feldspielern auf der Platte standen. Der VfL holte Tor um Tor auf und glich zum 29:29 aus. Carl-Moritz Wagner traf auf der anderen Seite zur erneuten TSG-Führung, Sven Deffte scheiterte im Gegenzug per Siebenmeter an Kevin Becker. Damit war die Partie entschieden!

Holger Krimphove sagte schließlich noch das, was Trainer in der Situation, in der sich der VfL nun befindet, zu sagen pflegen: „Wir ärgern uns heute über die Niederlage und müssen uns dann auf Wilhelmshaven vorbereiten.“ Der viertletzte Platz sei noch zu erreichen. Stimmt, aber dazu bräuchte der VfL Gladbeck ein Handball-Wunder.

Quelle: derwesten.de – Thomas Dieckhoff | Foto: Lutz von Staegmann

In der Dritten Handball-Liga bezwang der VfL Gladbeck ART Düsseldorf mit 35:28 (14:14). Damit wahrten die Gladbecker ihre Chance auf den Klassenerhalt.

In der Dritten Handball-Liga West steht nun auch der zweite Absteiger fest. Durch die 28:35 (14:14)-Niederlage beim VfL Gladbeck folgt ART Düsseldorf der TSG A-H Bielefeld in die Oberliga. Die Gladbecker dürfen dagegen weiter hoffen, die Klasse zu halten. Drei bzw. vier Punkte beträgt ihr Rückstand auf den Neusser HV und die SG Schalksmühle-Halver. Und noch stehen drei Partien aus.

VfL Gladbeck: T. Deffte – Krings (2), Brandes (1), Kunze (2), S. Deffte, Singh Toor (1), Krönung (6/5), Mollenhauer (8), Geukes, Kintrup (7), Brosch (8).

Spielfilm: 3:2 (4.), 3:4 (6.), 4:6 (8.), 5:9 (14.), 7:10 (19.), 9:12 (24.), 11:14 (27.), 14:14 (30.), 16:14 (33.), 18:16 (37.), 18:18 (38.), 21:18 (40.), 25:20 (45.), 27:21 (49.), 30:23 (53.), 31:24 (55.), 33:25 (58.), 35:28 (60.).

Der Jubel fiel in der Riesener-Halle verhalten aus. Die Rückraumspieler Lukas Krings und Thorben Mollenhauer reckten kurz die Arme in die Luft, Holger Krimphove, der Trainer des VfL, spendete dem Publikum für die lautstarke Unterstützung Applaus. Akteure, Verantwortliche und Fans wussten: Dieser Sieg über Düsseldorf war ein Pflichtsieg, um im Kampf um den Klassenerhalt nicht schon vorzeitig abgehängt zu werden.

Als die Ergebnisse der beiden verbliebenen und besser platzierten Mitkonkurrenten Neusser HV (25:20 gegen Varel) und SG Schalksmühle-Halver (23:22 gegen den OHV Aurich) bekannt wurden, zuckte der Gladbecker Abwehrchef Sven Deffte daher auch nur mit den Schultern. „Es war doch klar, dass Schalksmühle und Neuss jetzt nicht jedes Spiel verlieren würden“, so der Routinier, der bekanntlich in der neuen Saison den Trainerjob übernehmen wird. Was bedeuten die Ergebnisse des 27. Spieltages für die Rot-Weißen? „Wir müssen einfach weiter machen“, sagte Sven Deffte.

Und zwar am besten so, wie am Samstagabend nach dem Seitenwechsel. Die 6:0-Deckung der Gladbecker hatte sich nun auf den ART eingestellt, Torhüter Tim Deffte glänzte mit einigen klasse Paraden, die die 300 Zuschauer mit stehenden Ovationen feierten, und im Angriff schlossen in der entscheidenden Phase der Partie um die 40. Minute Michael Kintrup (3), Jan Brosch, Lukas Krings, Heiko Brandes und Max Krönung erfolgreich ab. 18:18 hatte es in der 38. Minute gestanden, 25:20 hieß es nach 45 Minuten.

Bester Akteur auf Gladbecker Seiten war Thorben Mollenhauer, für den am Ende acht Treffer zu Buche standen. Der Rückraumlinke hat in der Phase der Meisterschaftsrunde, in der es für den VfL um Sein oder Nichtsein in der Dritten Liga geht, offenbar seine Form wiedergefunden. Gut für die Rot-Weißen, die nach der Osterpause erst beim Tabellenletzten TSG A-H Bielefeld ran müssen, ehe es zum Wilhelmshavener HV geht und schließlich zu Hause gegen die SG Schalksmühle-Halver.

„Wir werden unsere Chance bekommen“, gab sich VfL-Trainer Holger Krimphove nach der Partie weiterhin zuversichtlich, die Klasse halten zu können. „Wir werden uns“, so der scheidende Übungsleiter, „ab sofort mit Hochdruck auf die letzten drei Spiele vorbereiten.“ Die Partie in Bielefeld am Samstag, 26. April, sei das nächste Endspiel.

Quelle: derwesten.de – Thomas Dieckhoff | Foto: Lutz von Staegmann

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