Neue Tartanbahn im Stadion?

Die marode Bahn im Stadion soll nach Meinung der Stadt ausgetauscht werden – CDU kritisiert das Vorgehen des Bürgermeisters Ulrich Roland

Gladbeck – Was für die Leichtathletikabteilung des VfL Gladbeck ein Grund zur Freude ist, brüskiert Christian Enxing, Stadtverbandsvorsitzender der CDU. „Die Reihenfolge ist verkehrt“, sagt er. Beim Wirtschafts- und Neujahrsempfang kündigte Bürgermeister Ulrich Roland an, dass die Erneuerung der Tartanbahn im Gladbecker Stadion für 2015 in den Blickpunkt rücken soll. „Der Sport hat in unserer Stadt einen hohen Stellenwert. Die Weiterentwicklung unserer kommunalen Sportinfrastruktur ist daher von großer Bedeutung“, sagt er.

Die Notwendigkeit einer Erneuerung der Tartanbahn steht außer Frage. Die bereits 25 Jahre alte Bahn musste in den letzten Jahren immer wieder von der Stadt ausgebessert werden. „Es wurden regelmäßig 50 Meter-Stücke erneuert, wobei man rein rechnerisch acht Jahre bräuchte, ehe man einmal herum ist. Ohne diese Reparaturarbeiten wäre die Bahn schon seit Jahren nicht mehr nutzbar gewesen“, erklärt  Johannes Waschelewski, Abteilungsleiter des VfL-Gladbeck.

„Auf lange Sicht ist eine komplette Erneuerung der Tartanbahn wirtschaftlich sinnvoller“, sagt Bürgermeister Ulrich Roland. Die Sportverwaltung hat bisher alljährlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten reagiert. Repariert wurde immer an den Stellen, an denen die Bahn am deutlichsten beschädigt war. Zusammenhängende Teilstücke konnten aus Kostengründen meist aber nicht ersetzt werden. „Im jetzigen Zustand bietet die Bahn auf langen Stücken nur noch geringe Dämpfung und wenig Halt für Spike-Nägel. Inzwischen sind die Mängel so groß, dass man mit Teilreparaturen nicht mehr mit dem Verschleiß Schritt halten kann“, erklärt  Johannes Waschelewski. „Aus unserer Sicht werden die Reparaturen in den nächsten Jahren erheblich zunehmen, so dass die Anschaffung einer komplett neuen Tartanbahn in wirtschaftlicher und sportlicher Hinsicht sinnvoll und nachvollziehbar ist.“
Und auch aus sportfachlicher Sicht spricht alles für eine neue Bahn. Etwa 60.000 Sportler nutzten die öffentlich zugängliche Bahn im Jahr 2013. „Hier geht es um absoluten Spitzensport. Hier werden nationale und internationale Titel vorbereitet“, sagt Ulrich Roland. „Im Stadion werden von den beiden Leichtathletik-Vereinen mehrere hochklassige Leichtathletikveranstaltungen und -meisterschaften durchgeführt. Unsere Großveranstaltung, der Sparkassenlauf, zieht Läufer aus ganz Deutschland an“, sagt auch Johannes Waschelewski.

Doch Christian Enxing, Stadtverbandsvorsitzender von der CDU, ist vom Vorgehen des Bürgermeisters empört. „Es ist eine Brüskierung der Ausschüsse und des Rates, wenn bereits jetzt eine sehr kostenträchtige Investition für 2015 ohne vorherige Behandlung in den zuständigen Fachausschüssen und dem Rat der Stadt und ohne Kenntnis der finanzwirtschaftlichen Eckdaten für das Jahr 2015 der Sportwelt unserer Stadt versprochen und angekündigt wird.“
Die CDU sei nicht gegen eine Erneuerung der Tartanbahn, sollte sie sich nach einer Prüfung als sinnvoll erweisen. Die Reihenfolge sei jedoch verkehrt. „Zuerst wird die Investition vor großer Öffentlichkeit vom Bürgermeister angekündigt. Dann wird die Sportverwaltung mit der Ermittlung der Kosten und der Erstellung eines Zeitplans beauftragt. Schließlich sollen die zuständigen Ausschüsse die Maßnahmen abnicken. Den zuständigen Ausschussmitgliedern wird eine objektive Entscheidung sehr erschwert, weil bereits Fakten geschaffen wurden und im Falle einer Ablehnung sofort negative Kritik seitens des Bürgermeisters zu erwarten ist. So geht es nicht“, erklärt Christian Enxing.
In der Pressestelle der Stadt kann man die Kritik nicht nachvollziehen. „Es ist die Aufgabe des Bürgermeisters Ideen und Projekte anzuregen“, sagt Christiane Schmidt.  „Natürlich muss dieser Vorschlag dann noch innerhalb der Gremien entschieden werden.“ Etwa 200.000 Euro würde die Erneuerung der gesamten Bahn kosten und eine Sportpauschale vom Land könnte Teile der Kosten decken. Die Sportler wären jedenfalls dankbar. „Als Nutzer des Stadions freut sich die Leichtathletikabteilung des VfL Gladbeck selbstverständlich darüber, wenn die Wettkampfanlagen in einem guten Zustand gehalten werden“, sagt Johannes Waschelewski, Abteilungsleiter des VfL-Gladbeck.

Quelle: Lebensart-Magazin, Autorin: Jana Golus

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