Der VfL kann es – und zwar mit aller Macht

Von Philipp Ziser (WAZ Gladbeck) – Foto: Heinrich Jung

Die Last von fünf Pleiten in Serie fällt mit dem Derbysieg auf Schalke von Gladbeck ab. Alle Bereiche sind verbessert, besonders die Deckung.

Das Spiel war zwar noch nicht zu Ende, aber es war gewonnen: 90 Sekunden vor Schluss des Handball-Oberliga-Derbys gab Sven Deffte seine grüne Auszeit-Karte an Betreuer Hans-Jörg Conrad ab.

Die brauchte er nicht mehr, das wusste er und wenig später war es dann auch amtlich: Der VfL Gladbeck beendet seine Serie von fünf Niederlagen ausgerechnet mit einem Auswärtssieg auf Schalke.

Beste Stimmung im rot-weißen Fanblock

22:28 stand es aus Schalker Sicht am Samstagabend im Sportzentrum Schürenkamp. Ein Spiel, das die Gladbecker von Anfang bis Ende dominierten und hochverdient gewannen. „Gladbeck ist der geilste Club der Welt – zumindest beim Handball“, jubelte einer aus dem gut gefüllten rot-weißen Fanblock schon weit vor Spielende.

Denn sie können es ja. Doch fünf Niederlagen zum Start des Jahres 2019 ließen nicht nur beim Anhang des VfL Zweifel aufkommen.

„Richtige Steinbrocken vom Herzen gefallen“

Auch die Reaktionen der Beteiligten verrieten, dass Trainer und Mannschaft harte Wochen hinter sich hatten, wohl deutlich härter als die VfLer es nach außen zeigen wollten – umso ausgelassener war der Jubel nach der Schlusssirene.

„Da sind gerade richtige Steinbrocken vom Herzen gefallen, nach dieser Durststrecke“, meinte Abteilungsleiter Tim Deffte.

Büttner und Deckung glänzen im Zusammenspiel

Es war ein Sieg, den die Gladbecker mit aller Macht wollten und den sie sich von der ersten Minute an hart verdienten. Die Schalker mussten sich für jeden Abschluss quälen und dann stand da im Gladbecker Tor auch wieder Sebastian Büttner, der mit einer zweistelligen Zahl an Paraden und drei gehaltenen Siebenmetern zeigte, was dem VfL in den vergangenen Spielen fehlte.

Natürlich im Zusammenspiel mit einer knallharten 6:0-Deckung, die sich gegen zugegebenermaßen ziemlich harmlose Schalker als sprichwörtliche „Rote Wand“ präsentierte. Dustin Dalian und vor allem Sebastian Janus nahmen Schalkes Rückraum-Ass Kirsch aus dem Spiel – mehr kam nicht.

Keinge Gegenstöße: Defftes Plan geht auf

Und auch wenn vorn drei oder vier freie Würfe liegenblieben – die Chancenverwertung war Klassen besser als zuletzt, was sich unter anderem in der starken Ausbeute von Marcel Giesbert niederschlug.

Das führte auch dazu, dass Schalke quasi nie Gegenstöße laufen konnte. Sven Defftes Vorhersage wurde wahr: „Die Tempotore müssen wir ihnen nehmen, im sechs-gegen-sechs können wir sie kontrollieren.“ Der VfL hatte die besseren Lösungen und mehr individuelle Klasse.

Blißenbach mit effektivem Kurz-Auftritt

Den ersten Wurf des Spiels vergab Sebastian Janus zwar, traf aber im Nachsetzen. Schalke blieb bis zum 7:7 dran, ging aber nie Mal in Führung. Dann zog Gladbeck auf 7:10 weg, weil Fynn Blißenbach die paar Minuten, die Sven Deffte ihm gab, perfekt nutzte und viermal traf.

Davon abgesehen rotierte Deffte zwar Pascal Kunze hin und wieder für ein paar Minuten in die Formation, ansonsten ließ er aber die erfahreneren Krönung, Sankalla, Janus, Dalian, Giesbert und Bach auf dem Parkett. „Es lief ja“, erklärte Deffte, „und da wir vorher bei den Wechseln teilweise einfache Tore zugelassen haben, habe ich es am Ende dann gelassen.“ Eine kritische Phase gab es aber noch zu überstehen.

Einige kritische Phasen zu überstehen

Fast sieben Spielminuten blieb der VfL von der 36. bis zur 43. Minute ohne Torerfolg, vergab einige freie Würfe und durch Björn Sankalla einen Siebenmeter. Janus brach den Bann.

Kurz drauf war eine Vier-gegen-sechs-Situation zu überstehen, auch das erledigte der VfL in Person von Max Krönung abgezockt. Auf weniger Abstand als drei Tore schaffte Schalke es nicht und mit der Schlusssirene brach der rot-weiße Jubelsturm los, der aber schon einige Minuten vorher abzusehen war. Sie können es ja.

FC Schalke 04 – VfL Gladbeck 22:28 (12:15)

Spielfilm: 4:4 (8.), 7:9 (17.), 9:12 (22.), 11:13 (26.), 12:15 (Hz.) – 12:17 (36.), 15:18 (46.), 17:20 (49.), 20:25 (56.), 22:28.


S04: Sinkovec (1.-60.), Zindel – Helfrich (7), Gemsa (4/1), Kirsch (4), Gill (3/2), Grzesinski (2), Ihnen (1), Fr. Hentschel (1), Schwengers, Beyer, Sauerland, Busjan, Liedtke.
VfL: Büttner (1.-60.), Korona – Giesbert (6), Krönung (6/1), Sankalla (5/2), Dalian (4), F. Blißenbach (4), Janus (2), Bach (1), Kunze, Brockmann, Dervisevic, Müller.

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